Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-724457
liclie Figur abgebildet, während die beiden unter e kreuzweis über- 
einander gelegten phrygischen Flöten, bei welchen namentlich auf die ver- 
schiedene Form ihrer Mundstiicke zu achten ist, die eine Seite eines vier- 
seitigen Altars im Vatican einnehmen, und in ganz gleicher Gestalt auf 
einem Relief mit der Darstellung eines von Attributen seiner Würde um- 
gebenen Archigallus vorkommen (Müller, Denkmäler. Thl. II. N0. 817). 
Mannigfache andere Arten von Doppelflöten begegnen uns übrigens auf 
Monumenten: so z.B. bläst auf einem pompejanischen Wandgemälde (Museo 
Borbon. V01. XI. Taf. 37) ein Aulet auf einer sehr dünnen mit Klappen 
versehenen Doppelflöte, deren Röhren überall dieselbe Weite haben, und 
auf einem ähnlichen, an den unteren Enden aufwärts gekrümmten Instru- 
mente blasend erscheint auf einem Marmorrelief (Fig. 2505) eine tanzende 
Bacchantin.  liligenthümlich war es, dafs griechische sowie römische 
Flötenspieler sich mitunter eines ledernen Backen- und Lippenverbandes 
in Gestalt eines Kappzaumes (qiogßeioi, rrzdwg, xsilaizqg) zu bedienen 
pilegten, durch dessen mit Metall beschlagenes Mundloch die Mundstücke 
des Doppel-Clarinets gesteckt wurden. Diese Binde (Fig. 244!) hatte den 
Zweck, das zu starke Athmen beim Blasen zu verhindern, wodurch die 
Bildung sanfterer Töne unmöglich geworden wäre. Besonders bei thea- 
tralischen Darstellungen, sowie bei Opfern und Pompen, bei welchen die 
Spieler längerer, eine gröfserc Anstrengung und Ausdehnung der Backen 
erfordernder Doppel-Clarinetten sich bedienten, scheint die Lippenbinde 
häufig in Anwendung gekommen zu sein, während die auf Vasenbildern 
bei Gastmählern auftretenden Flötenspielerinnen stets ohne dieselbe er- 
Sßllßinßll- Bei dem Spiel auf demeinzelnen Clarinet scheint jedoch diese 
 Lippenbinde niemals in Anwendung gekommen zu sein.  
F1g'245' Sehliefslich knüpfen wir an diese Gattung der Blaseinstru- 
(ä mente die Saekpfeife, deren Erfindung bereits dem Alter- 
] thume angehört. Die Fig. 245 dargestellte Broncestatuette 
ljjii  vergegenwärtigt uns einen solchen Sackpfeifer (oioxaülvys, 
h.)  utricularius), dessen Instrument den noch heutzutage vvIl 
  den Pilferari in Italien gespielten ähnlich sieht, damals aber, 
lr   wie jetzt mit seinen quiekenden Tönen wohl nur für die 
7    Gehörsorgane der unteren Volksclassen berechnet War. 
 1' Diejenigen Blaseinstrumente, Welche 11115 einer nach 
  ihrer unteren Mündung hin sich bedeutend erweitern- 
den Röhre bestanden und mittelst eines kessel- oder 
becherartigen Mundstücks geblasen wurden, bezeichneten die Griechen mit
        

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