Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-724437
Toukuust. 
Blascinstrumente : 
Aulos. 
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Musik des Blaseinstrumentes, und so charakterisirt diese Sage bereits den 
Kampf der Kitharodik mit der Aulodik. Erst nach langen Kämpfen fand 
das Flötenspiel in Griechenland eine günstigere Aufnahme. Gehörte nun 
auch die Erlernung des Flötenspiels mit zu der musikalischen Ausbildung 
der Jugend in Athen, so hat sich dasselbe hier nie so dauernd eingebür- 
gert und fand keine so ungetheilte Anerkennung, wie in Boeotien, dessen 
Einwohner es auf diesem Instrument zu einer grofsen Virtuosität brachten, 
wozu vielleicht auch der Umstand beitrug, dal's in den sumpfigen Niede- 
rungen bei Orchomenos ein für die Anfertigung der Flöten höchst taug- 
liches Schilfrohr wuchs. 
Was das Material des Aulos betrilft, so wurden dazu, aufser Schilf- 
rohr, Buchsbaum oder Holz vom Lorbeerbaum, sowie die Röhrknochen 
des Hirsches und Elfenbein benutzt, während Metall wohl nur zur Ver- 
zierung dieser Instrumente angewendet wurde. Anfänglich hatte der Aulos 
nur drei oder vier Löcher (rgrjpara, zgvnojuaza, rragazgvnvjnvezoe), 
deren Zahl Diodoros von Theben vermehrte. Seitenlöcher, welche durch 
Klappen regiert werden konnten, vervollständigten später noch den Aulos. 
Geblasen wurde das Rohr mittelst eines Mundstücks, welches bei dem 
jedesmaligen Gebrauche aufgesteckt, sonst aber in einem dazu bestimmten 
Behälter (ylwddoxopsiov) aufbewahrt wurde. Das Rohr (ßöaßvä) selbst 
aber war meistentheils gerade, mitunter jedoch auch nach seiner unteren 
Mündung zu aufwärts gekrümmt und erweiterte sich daselbst, nach 
Mafsgabe der Stärke des Tones, welchen das Instrument zu erzeugen 
hätte, mehr oder weniger. Die einfachste und älteste Form des Aulos ver- 
gegenwärtigen uns die Darstellungen Fig. 2446 und n. ln den Händen 
dieser beiden, Hirten darstellenden Statuen erscheint der Aulos in seiner 
ursprünglichsten Form als kurze Schalmei, wie die Hirten sich solcher 
zu bedienen pflegten. Die Gestalt des Mundstücks aber wird aus den 
unter Fig. 244 a, d, e, f abgebildeten Auloi klar. Isläuliger jedoch als das 
aus einem Rohre bestehende Clarinet (uävavlog, uovoxoilayog), auf 
welchem z. B. die den panathenäischen Festzug begleitenden Auleten am 
Fries des Parthenon spielen, kam das Doppel-Clarinet, welches die 
Römer mit dem Ausdruck tibiae geminae bezeichneten, in Anwendung. 
Es war aus zwei Röhren gebildet, welche entweder mittelst eines ge- 
meinsamen oder zweier gesonderter Mundstücke (Fig- 244 (I, d, 6', f, i, 
k, l) gleichzeitig geblasen wurden und zusammen ebenso viel Töne 
als die Syrinx umfafsten. Das mit der rechten Seite des Mundes ge- 
blasene und mit der rechten I-Iand gespielte Rohr enthielt etwa drei Ton- 
löcher und hiefs tibia dextra oder auch das männliche Clarinet (01316;
        

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