Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-724426
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Tonkunst. 
Blaseinstrumente: Plagiaulos, Aulos. 
dominio dei Rom. Atlas. Tav. 107) drei Mädchen auf der Syrinx, Flöte 
und Kithara beim Symposien, und auf einem anderen etruskischen Monumente 
(Müller, Denkmäler. Thl. II. No. 757) verlocken die Sirenen mit den Tönen 
derselben Instrumente den vorüberschiffenden Odysseus.  Der Syrinx zu- 
nächst verwandt erscheint die Querflöte (rrlaylavlog), welche als eine 
Erfindung der Libyer bezeichnet wird. Dieselbe soll bei den Griechen 
nicht sehr beliebt gewesen sein, und auf Bildwerken begegnet uns dieses 
nach Art unserer Querflöten geblasene Instrument als bestimmt nachweisbar 
nur selten. Ein auf solcher Querflöte blasender junger Mann ist unter 
F ig. 244m nach einer Basreliefdarstellung im Louvre abgebildet, und zu 
ihrer Vergleichung weisen wir auf die jugendliche Statue eines behaglich 
an einen Cippus gelehnten Satyrs hin (Müller, Denkmäler. Thl. II. No. 460). 
Gewöhnlich werden auch jene beiden unter Fig. 244g und h dargestellten 
Blaseinstrumente mit dem Namen Plagiaulos belegt; 0b diese Bezeichnung 
aber die richtige sei, müssen wir dahingestellt sein lassen. 
Der Syrinx schliefst sich der Aulos ( 02616;) im engeren Sinne an, 
indem dieses Wort in seiner weiteren Bedeutung zur Bezeichnung jedes 
Blaseinstrunlentes gebraucht wurde. Der Aulos ist ein unserem Clarinet 
oder Oboe ähnliches Instrument, nur mit dem Unterschiede, dafs bei dem 
Aulos mehr die tiefen Töne zur Geltung kamen, während bei uns das 
Clarinet mehr auf die Höhe berechnet ist. Der Aulos bestand aus einer 
oder höchstens aus zwei miteinander verbundenen Röhren und war ver- 
mittelst eines Mundstücks mit einer oder zwei die Erzitterung der Luft- 
schicht befördernden Zungen (ylöddat) versehen. Auch die Erfindung dieses 
Instrumentes knüpfte das Alterthum an eine Sage, welche den Werth, den 
die Griechen der Flötenmusik beilegten, und die Stellung der Blaseinstru- 
mente den Saiteninstrumenten gegenüber überhaupt charakterisirt. Athene 
soll nämlich zuerst auf einer aus den Röhrknochen eines I-Iirsches verfer- 
tigten Flöte bei dem Götter-mahle gespielt haben; vom Spott der Here und 
Aphrodite aber über ihr durch das Spiel dieses Instrumentes entstelltes 
Antlitz verfolgt, sei sie zu der Quelle auf dem lda geeilt, wo sie, über den 
klaren Wasserspiegel gebeugt, das Spiel auf der Flöte wiederholt habe. 
Entrüstet über ihre durch das Blasen veranstalteten Züge soll die Göttin die 
Flöten unter Verwünschungen hinweggeschleudert haben. Der phrygische 
Silen Marsyas fand die von der Athene weggeworfenen Flöten und wagte 
es, den Apollon, den Erfinder der Kithara, zu einem Wettstreit heraus- 
zufordern, in welchem die Musen das Richteramt übernahmen. Apollons 
Iüllhilril trug den Sieg über das Flötcnspiel des Marsyas davon, die sanften 
Weisen des Saitenspiels siegten über die zum wilden Taumel aufreizcnde
        

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