Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-724416
b) Die Blaseinstrumente (aüloi) sondern sich nach ihrer Construction 
in Flöten, Clarinetten und Trompeten, oder nach griechischer Benennung in 
oügtyysg, oeüloi (in der engeren Bedeutung des Wortes) und doilmyyeg. 
Als ältestes und einfachstes Blaseinstrilment darf wohl die Rohrflöte (615- 
Qiyg) bezeichnet werden, indem der Mensch die Töne, welche der über 
die abgebrochenen hohlen Rohrstengel wehende Wind hervorbrachte, durch 
Einblasen eines tonerzeugenden Luftstrahls vermittelst der Lippen entweder 
in das obere offene Ende einer Röhre oder, wie bei der Querflöte, in 
eine zur Seite der Röhre angebrachte Oelfnung, nachahmte. So entstand 
die Pan- und Querflöte, deren Erfindung das griechische Alterthum durch 
jene liebliche Sage bezeichnet, nach der Pan das Schilfrohr, in welches 
die von ihln verfolgte Syrinx,- die Tochter des arkadischen Flufsgottes 
Laden, verwandelt worden war, in längere und kürzere Stücke zerschnitt 
und sieben derselben in abnehmender Länge mittelst Wachs zu einem 
Blaseinstrumente vereinigte, welches unter dem Namen der Syrinx oder 
Panilöte sich bis in die spätesten Zeiten erhalten hat. Die Zahl der Pfeifen 
Fig 242 wechselte zwischen sieben und neun, und diese 
von den Schriftstellern verbürgten Zahlen stim- 
 men auch mit den meisten bildlichen Darstel- 
 o v lungcn überein, obgleich auch in einzelnen 
 Fällen von dieser Zahl auf Bildwerken abge- 
wichen ist. Von den beiden Fig. 242 abgebilde- 
" 7' ten Sxringen hat die einfachere  welche einem 
Wandgemälde in Hereulanum entnommen ist, sieben, wie es den Anschein 
hat, gleich lange, die andere (a) hingegen, welche sich auf einem Kandelaber 
im Louvre befindet, neun Pfeifen von ungleicher Länge. Besonders häufig er- 
blicken wir auf Bildwerken, welche Scenen aus den dionysischen Sagenkreisen 
Fig. 24a zum Vorwurf haben, neben anderen Blaseinstrumenten 
und der, wie wir oben gezeigt haben, vorzugsweise 
hierbei in Anwendung kommenden Lyra, die Syrinx 
 in den Händen von Sjlenen und Satyrn. So auf einem 
Q3  geschnittenen Steine der Gallerie zu Florenz (Fig- 243), 
M1! "y auf welchem zwei Silenen auf Syrinx, Aulos und Lyra 
"n" A musicirend dargestellt sind. In der praktischen Musik 
7 Äg] scheint jedoch in späterer Zeit die Syrinx wenig in 
"i" Anwendung gekommen zu sein, obgleich auf Bildwerken, 
auf welchen ein musikalisches Zusammenwirken mehrerer 
Instrumente dargestellt ist, dieselbe mehrfach als mitwirkend erscheint; so 
z. B. concertiren auf einem etruskischen Basrelief (Micali, Pltalia avami il
        

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