Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-724404
gleichfalls von einem Vasenbilde entnommenen Instrumente den Namen Tri- 
gonon oder vielleicht auch Sambyke (mxitßzixq), welches Instrument Suidas 
durch siöog xtüoigag zgiyaivov erklärt, beilegen. Aehnlich wie bei unserer 
Harfe nahm die dem Spielenden zugewandte Seite des Instrumentes den Re- 
sonanzboden ein; dagegen ist der sich erweiternde Theil desselben bei dem 
Trigonon nach oben gerichtet, während bei unserer Harfe der breitere Theil 
auf dem Boden ruht. Auf diesem Resonanzboden wurden die Saiten mittelst 
Knöpfchen befestigt und über den auf dem Schoofse des Spielenden ruhenden 
Arm des Instrumentes, welcher mithin die Stelle des Joches einnahm, pa- 
rallel dcm dritten Arme geschlungen und in Spannung erhalten. Fast scheint 
es, wie aus einer Vergleichung des unter Fig. 241f abgebildeten Trigonon 
mit anderen ähnlichen Darstellungen hervorgeht, als wenn dieses Joch ein 
doppeltes gewesen wäre, über welches also eine zweifache Lage von Saiten 
gespannt werden konnte, wie denn solche Instrumente mit doppelter Saiten- 
lage z. B. bei dem oben erwähnten Epigoneioil im Alterthum vorkommen. 
Die dritte Seite der Harfe, welche entweder aus einem einfachen Verbin- 
dungsstabe des Resonanzbodens und des Saitenjoches bestand, oder auch, 
wie Fig. 241 f zeigt, in der Form einer Thierligur geschnitzt wurde, fehlt 
indessen bei der unter Fig. 239 abgebildeten Harfe gänzlich; sie gleicht 
mithin den auf ägyptischen Monumenten häufig erscheinenden kleineren und 
gröfseren Harfen. Zu den harfenähnlichen, dem Trigonon verwandten In- 
strumenten möchten wir auch ein aus zwei hölzernen Schenkeln zusammen- 
gesetztes und mit zehn Saiten bezogenes Saitenspiel zählen, welches auf 
einem herculanensisehen Wandgemälde ein tanzender Erote rührt (Pitture 
d'Ercol. Tav. I. pl. 171); auch für diese Form finden sich auf den ägyp- 
tischen Denkmälern Antaloga (Wilkinson, A popular Account of the Ancient 
Egyptians. Vol. I. p. 119), und sind ganz ähnlich gestaltete Harfen noch 
heutzutage unter einigenVölkerschaften des oberen Nilthales im Gebrauch.  
Ueber die Formen der übrigen Saiteninstrumente, deren Namen von den 
griechischen Autoren aufgeführt werden, eine Vermuthung auszusprechen, 
wagen wir nicht, da die schriftlichen Zeugnisse sowohl, wie die monumen- 
talen jedes festen Anhalts entbehren. Nur eines viersaitigen Instrumentes 
wollen wir noch gedenken, an dessen halbkugelförmig gestalteten Schall- 
kasten ein langes und schmales Griffbrett befestigt ist, welches mithin die 
gröfste Aehnlichkeit mit unserer Guitarre hat. Eine Muse hält dasselbe 
auf einem wohl der spätrömischen Zeit angehörenden Marmorrelief im 
Louvre im Arm (Clarac, Musee. II. pl. 119). Auf ägyptischen Monu- 
menten hingegen kommen dergleichen guitarrenartig gestalteten Instrumente 
häufig vor.
        

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