Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-724359
Tonkunst. 
Saiteninstrumente : 
Lyra. 
229 
tigen Belege in den Monumcnten zu finden, da die Schriftsteller zu Wenig 
bei den Formen der musikalischen Geräthe verweilen, die Künstler aber auf 
den Monumenten sich wohl manche Ungenauigkeit, namentlich in Bezug 
auf die Saitenzahl, haben zu Schulden kommen lassen. Wir sind deshalb 
bei der Vergleichung der schriftlichen Zeugnisse mit den monumentalen 
gezwungen, die Saitenzahl als ein die verschiedenen Instrumente zum Theil 
eharakterisirendes Merkmal ganz aufser Acht zu lassen und nur die Ver- 
schiedenheit der Construction des Resonanzbodens, wie sich dieselbe aus 
den bildlichen Darstellungen ergiebt, als entscheidendes Kennzeichen in's 
Auge zu fassen. Dafs aber die Künstler, wie Einige annehmen, in ihren 
Darstellungen von den im gewöhnlichen Leben gebräuchlichen Formen der 
Instrumente absichtlich abgewichen wären, ist kaum denkbar. Ebenso 
kann der Vorwurf, dafs die Künstler in den abgebildeten Instrumenten 
die Seitenzahl, sowie die Stellung der Wirbel unrichtig gegeben hätten, 
wohl dadurch zurückgewiesen werden, dafs wie überhaupt in der Plastik 
eine zu getreue Copie der Wirklichkeit dem Schönheitssinn der Griechen 
widersprach, so auch der Künstler namentlich bei der Behandlung neben- 
siichlicher Gegenstände fast überall nur andeutungsweise zu Werke zu gehen 
pflegte. Ebensowenig kann die auf Vasenbildern nicht selten vorkommende 
reiche decorative Ausschmückung von Saiteninstrumenten für uns etwas 
Befremdendes haben, da ja eine solche überhaupt bei allen Geräthen in 
Anwendung kam. 
Drei Grundformen sind es, auf welche sich die dargestellten Saiten- 
instrumente zurückfihren lassen, nämlich die der Leier, Cither und Harfe. 
Fit, 239 In die Betrachtung dieser drei 
D. ' Formen mag uns ein interessantes 
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   tlläfnlll lilfiinchrena (eile. 13250), 
  x  mit der Darstellung der Muscn, 
 l    einführen, in welcher die drei die 
ß j II  mittlere Gruppe bildenden Musen 
  l   Kyf Polyhymnia Kalliope und Erato 
     i auf den drei gedachten Instru- 
  Y   f? menten, der Lyra, der Kithafa 
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I  zrihiiefäergnaltreßiittß12:. 
dung der Lyra (Äriga) knüpft sich an jene Sage, nach welcher Hermes zuerst 
die Schale einer Landsehildkröte mit Saiten überspannt habe. Der ovale 
Rückenscbild der Schildkröte bildete mithin den Resonanzboden, über dessen
        

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