Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-724335
Tonkunst. 
Musikalische Instrumente. 
Saiteninstrumente. 
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deine bezeichneten. Die Musik aber wurde weniger des späteren Erwerbes 
Wegen oder zur Erlangung einer Virtuosität auf diesem oder jenem In- 
strumente, sondern vielmehr als geistig-ethisches Bildungsmittel getrieben, 
und von diesem Gesichtspunkte aus war die Erlernung eines musikalischen 
Instrumentes, namentlich eines Saiteninstrumentes, ein Hauptgcgenstand der 
Erziehung in der Schule. Und diesen schon in der Schule bei der Jugend 
geweekten Sinn für Musik trug der Jüngling mit in das öffentliche Leben 
hinaus. Bei den heiteren Uebungen in der Palästra, bei den Agonen an den 
grofsen hellenischen Festen, bei den ernsten Cultushandlungen, bei scenischen 
Darstellungen, bei fröhlichen Festen und Gelegen und in das Kampfgewühl 
hinein, überall bildete die Musik das belebende und erheiternde Element. 
Jedesfalls würde es die uns gesteckten Grenzen überschreiten, wollten Wir 
hier auf die theoretische Ausbildung in der Musik, auf die verschiedenen 
Tonweisen, welche sich nach der Eigenthümlichkeit der hellenisehen Stämme 
charakteristisch ausbildeten, sowie auf das Verhältnifs der Musik zu ihren 
Sehwesterkiinsten, der Poesie und Orchestik, näher eingehen; ebensowenig 
dürfte es hier am Orte sein, die in Sologesang oder Monodie und Chor- 
gesang zerfallendc Vocalmusik (yälog) in Betracht zu ziehen. Wir werden 
uns hier vielmehr nur mit der Instrumentation, welche mit dem allgemeinen 
Namen 22901701; bezeichnet wurde, und innerhalb derselben nur mit den 
durch monumentale Zeugnisse überlieferten Formen antiker Instrumente zu 
beschäftigen haben, wobei wir die Bemerkung voraussehicken, dafs die 
durch Saiteninstrumente hervorgebrachte Instrumentalmusik xaßagidumj 
oder QMM] xaädgzoag, die Begleitung der Vocalmusik durch Saiteninstru- 
mente mäagqzdznof genannt wurde, wohingegen man mit adlqumf oder 
QMM adlqdi; die Instrumentalmusik von Blaseinstrumenten, mit onilqvdzxd 
die Verbindung dieser Instrumente mit dem Gesange bezeichnete. Zunächst 
werden wir die Saiteninstrumente, dann die Blaseinstrumente zu betrachten 
haben, denen wir eine Anzahl lärmender '1'0nwerkzeuge anschliefsen wollen, 
welche vorzugsweise der orgiastischen Musik dienten. 
a) Was zunächst die hesaiteten Instrumente betrifft, so müssen wir im 
Allgemeinen die Bemerkung vorausschicken, dal's das griechische Alterthllm 
Streichinstrumente nicht kannte. Auf sämmtliehen Saiteninstrumenten lagen 
die Saiten in gleicher Höhe über dem Schallkasten nebeneinander und ein 
niedriger, gerader Steg (örrolzigzov, uoiyag oder yayoidiov) diente nur 
dazu, um die oben am Joch (Cvyöv oder Cziywpioe) miiißlSi dCP Wirbel 
(xdlloneg oder xöllaßot) und unten in oder auf dem Resonanzboden 
durch den Saitenhalter befestigten Saiten soweit vom Sehallkasten entfernt 
zu halten, dal's dieselben in ihren Schwingungen denselben nicht berührten. 

        

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