Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-724225
vollbürtig (ywfznon), während die Ehe mit einer 35m] oder die eines E5210; 
mit einer attischen Bürgerin dem Concubinat gleiehstand, und die einer 
solchen Ehe entsprossenen Kinder vor dem Gesetze als 1163m betrachtet 
wurden. Dafs es freilich Ausnahmen von dieser Regel gab und die Ge- 
setze mannigfach umgangen wurden, ist bekannt. Die Vermögensverhält- 
nisse der zukünftigen Schwiegereltern spielten natürlich bei der Bewerbung 
eines attischen Bürgers eine nicht unbedeutende Rolle. Bei der feierlichen 
Verlobung (äyyüqoig), welche jeder rechtsgültigen Ehe vorangehen mufste, 
fanden herkömmlich die Verhandlungen über die der Braut bestimmte 
Mitgift (rrgoiä, (psgvq) statt; denn die Stellung einer Frau, welche dem 
Manne eine reiche Aussteuer zubrachte, war demselben gegenüber eine 
ganz andere, als die einer mittellosen. Deshalb geschah es auch nicht 
selten, dal's Töchter unbemittelter, aber wohlverdienter Bürger vom Staat 
oder von einer Anzahl Bürger ausgestattet Wurden. Während aber in der 
homerischen Zeit der Bräutigam mit reichen Geschenken um die Braut 
warb, wie beispielsweise Iphidamas hundert Rinder und tausend Ziegen 
und Schafe als Brautgesehenk darbrachte, hatte sich in späterer Zeit dieses 
Verhältnifs in der Art umgekehrt, dafs der Vater seiner Tochter die Mitgift 
mitgab, welche theils in baarem Gelde, theils in Kleidungsstücken, Schmuck 
und Slflaven bestand, und im Fall einer Ehescheidung mcistentheils an die 
Eltern der Frau zurückfiel. Was das heirathsfähige Alter betrifft, so stellt 
zwar Plato in seiner Republik für das Mädchen das zwanzigste, iiir den 
Mann das dreifsigste Jahr als den richtigen Zeitpunkt zur Schliefsung 
einer Ehe hin, doch bestand eine bestimmte Regel dafür nicht. Ganz wie 
bei uns waren die Eltern froh, ihre Töchter jung verheirathet zu sehen, 
und das etwa vorgesclirittene Alter des Freiers war eben kein Hinderungs- 
grund für die Heirath. S0 heifst es bei Aristophanes (Lysist. 591 Hi): 
Lysistrate. 
Doch das eigene Leidrich vcrgess' es, 
Wenn die Mädchen ich self, die im Kämmerchen still hinaltern; das rührt mich im Herzen. 
Probulos. 
altern 
Was P 
die 
Männer 
denn 
nicht gleichfalls P 
Lysistrate. 
Bei Gott! nicht ist es dasselbe; 
WVenn der Mann heimkehrt, wie ergraut er auch ist, bald führt er die holdeste Braut heim; 
Doch schnell ist die Jugend des Weibes dahin, und sobald sie diese vcrpafst hat, 
Dann will Niemand mehr werben um sie, dann sitzt sie und blättert im Traumbuch. 
Der Heimführung oder der Vermählung gingen Opfer voran, welche 
Schutzgöttern der Ehe (öeoi yapvjlzoz), vorzüglich den: Zeus Teleios, 
den
        

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