Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-724103
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Die Tracht. 
Schmucksachen. 
einen in der Gegend von Pantikapaion entdeckten Schmuck in Form einer 
Keule, welche an einem mit einem syrischen Granat verzierten Ohrring 
hängt, endlich unter Fig. 229d eine aus derselben Gegend stammende 
goldene Ohrbommel, deren Form den bei uns gebräuchlichen gleicht, dar- 
gestellt. Andere Beispiele liefern die Vasenbildcr, Münzen und geschnittenen 
Steine in grofser Zahl, während auf Werken der Bildhauerkunst nur in 
seltenen Fällen dieser, sowie anderer Schmuck angebracht ist. 
Halsketten (rrsqadägata, 595cm), Armringe für den Ober- und Unter- 
arm (Ipälwe, ögpsag) und Ringe, welche an den Beinen oberhalb der Knöchel 
getragen wurden (rrädat xgvdai, negmxslideg, nsgurrpügua), erblicken wir 
mehrfach auf Denkmiilernl. Der Halsschmuck bestand entweder aus Ringen, 
welche zu einer Kette verbunden waren, oder aus einem massiven, spiral- 
förmig gedrehten Ringe aus Bronze oder edlen Metallen, ein namentlich 
bei den barbarischen Völkern beliebter Schmuck". Einen solchen dzgsvnög 
negwcvxävzog, unstreitig aus griechischer Kiinstlerhand hervorgegangen, 
dessen Enden in Gestalt ruhender Löwen gearbeitet sind, veranschaulicht 
der unter Fig. 229a dargestellte, in einem Grabe bei Pantikapaion aufgefun- 
dene Goldschmuck. Arm- und Beinringe waren meistentheils schlangen- 
firmig gestaltet, daher auch der Name örpszg für sie. 
Fingerringe, theils als Pettschaft, theils als Schmuck zu tragen, war 
ein alter Gebrauch und galt zugleich als Zeichen des freien Mannes. Mit 
dem Siegelringe (arpgaytg) untersiegelte der Mann die von ihm ausgestellten 
Urkunden, versiegelte er sein Hab und Gut, und Solon belegte bereits 
die Fälschung des Siegels mit der Todesstrafe. Ueber das Alter der ge- 
schnittenen Steine bei den Griechen läfst sich keine bestimmte Angabe 
machen, doch scheinen dieselben erst in der nachhomerischen Zeit aufge- 
kommen zu sein, da zu ihrer Bearbeitung härtere Instrumente gehörten, als 
das hohe Altertllum gekannt hatte, während die Anfange der Steinschneide- 
kunst bei den Assyriern, Aegyptern und vielleicht auch bei den Etruskcrn 
unstreitig einer bei weitem älteren Periode angehören. Der allgemeine Ge- 
brauch dieser Siegelringe wurde aber die Veranlassung, auf die künstle- 
rische Behandlung des Steines eine besondere Sorgfalt zu verwenden. 
Weniger jedoch scheint es die Fassung (aqvsvdövay) gewesen zu sein, 
welcher sich die Kunstthätigkeit zuwandte, denn dieselbe ist in den auf 
uns gekommenen vollständigen Ringen fast durchgängig höchst einfach, als 
vielmehr die Politur und die den Ringsteinen eiugeschnittenen Darstellungen. 
Glyplothek zu 
z. B. die Statue 
l Eine Statue der Aphrodite in der 
breiten Ring am Oberarm. 
2 Solchen gewundenen Halsring trägt 
München trägt einen solchen 
des sterbenden Fechters.
        

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