Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-724079
Die Tracht. 
Schmucksachen. 
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gebogene Häklein eingreifen e, mit Ohrgehängen und Halsketten um die 
Gunst der Penelope, und Hephaistos wird dort als der Verfertiger künst- 
lich gearbeiteter Ringe und Haarnadeln erwähnt. Diese hier genannten 
Schmucksachen erscheinen auch in späteren Zeiten als ein wesentlicher 
Bestandtheil der weiblichen Toilette, und viele von den uns erhaltenen 
Schmuckgegenständen beweisen, bis zu welchem Grade der Vervollkomm- 
nung die griechische Goldschmiedekunst inder Anfertigung dieser kleinen 
Zierathe es gebracht hatte.  Die oft aus Goldfaden geflochtenen l-Iaarnetze, 
sowie die mit Gold und Perlen verzierten Stephanen, sind oben bereits 
erwähnt. Haarnadeln, in der bei uns gebräuchlichen Form, sowie Scheitel- 
und Seitenkiimme, welche zum Festhalten des Zopfes, des Scheitels und 
der Locken dienen, kannten aber die Griechen nicht. Der aus Buchsbaum- 
holz, Elfenbein oder Metall verfertigte doppelte oder einfache Kamm (xzsig) 
der Griechinnen, wie wir denselben auf Vasenbildern mehrfach erblicken, 
wurde nur zum Auskämmen des Haares benutzt. Für die Befestigung 
des Hinterhaares dagegen bediente man sich langer Nestnadeln, ähnlich 
den auch bei uns gebräuchlichen, deren Knopf oft als ein zierliches Bild- 
werk gestaltet erscheint. Als Beispiel haben wir Fig.229a eine in einem 
Grabe zu Pantikapaion gefundene goldene Nestnadel, welche durch einen 
Hirschkopf verziert ist, beigebracht. Bekannt sind aufserdem jene mit der 
goldenen Cicade geschmückten Haarnadeln zur Befestigung des Krobylos 
(vergl. oben S. 193), deren sich in Athen, wenigstens bis zur solonischen 
Zeit, Männer und Frauen bedienten. 
Mit Kränzen und Binden das Haupt bei besonderen Veranlassungen 
zu schmücken, war eine der heiteren Lebensanschauung der Griechen all- 
gemein zusagende Sitte. Bekränzt führte der Bräutigam die Braut heim, 
mit Kränzen, deren Blumen eine symbolische Bedeutung hatten, opferte 
der Grieche auf dem blumengesclnnüekten Altar, mit Myrthenkränzen im 
duftenden Haar, mit Rosen- und Veilchengewinden, welche letztere be- 
sonders in Athen beliebt waren, bekriinzten sich die Trinkenden beim 
heiteren Gelage, und der Blumenmarkt (a2 pvgiäivac) zu Athen bot stets 
in reichster Fülle frische Blumengewinde zur Schmüekung des Hauptes, 
sowie des Oberkörpers dar; denn auch diesen pflegte man mit Guirlanden 
(Önoäzrniöeg, Önoßzryaoföeg) zu schmücken. Auch Kränze von anderen 
Blumen, sowie von den Blättern des Epheu und der Silberpappel kommen 
nicht selten vor. Doch auch in ernsteren Lebensverhältnissen war der 
Kranz ein Schmuck und eine Auszeichnung des Mannes. Dem Sieger im 
Wettkampfe wurde derselbe zum Lohn; für den Archonten war der 
Myrthenkranz das Abzeichen seines Amtes; der Redner trug denselben,
        

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