Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-724030
Die Tracht. 
und Haartracht. 
Die weibliche Kopfbedeckung 
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Form hiefs dmdäodqasvdövq. Aehnlich der Sphendone soll auch die 
Stlengis (drlsyyig) gewesen sein. So wie aber bei der Fufsbekleidung 
aus dem einfachen Riemenzeug jene netzartig ineinander verschlungene 
Riemenbekleidung der Füfse und aus dieser wiederum der geschlossene 
Stiefel sich entwickelt hat, wurde auch bei dem Haar die einfache Binde 
durch ein Netzwerk und dieses wieder durch ein geschlossenes Tuch er- 
setzt. Wir können die verschiedenen Formen dieser Einhüllung der Haare 
mit dem Namen XSMQÜQIXÄOt zusammenfassen. Der eigentliche Kekryphalos 
bestand in einer netzartigen Verschlingung von Bändern oder Goldfaden, 
Welche, über den Hinterkopf geworfen, das Herabsinken des Haarschopfes 
verhinderte, eine Tracht, die auch in neuerer Zeit wieder sehr in Aufnahme 
gekommen ist. So z. B. trägt auf den grofsen Tetradrachmen von Syrakus, 
welche mit dem Namen des Stempelschneiders Kimon versehen sind, der 
schöne Kopf der Arethusa einen solchen Kekryphalos. Bei weitem häufiger 
jedoch erscheint das geschlossene, haubenartige, entweder um den ganzen 
Haarwuchs oder nur um das Hinterhaupt geschlungene und oben zu- 
sammengeknotete Tuch (ddxxog) (vergl. Fig. 226 b, f; Fig. 232 und die auf 
der waldohrandinischen Hochzeitc [Fig 235] befindliche Frauengruppe zur 
rechten Hand). Vorzugsweise sind es die Vasenhilder, die uns die ver- 
schiedenen Arten, wie dieser Sakkos umgelegt wurde, vergegenwärtigen. 
Dem Sakkos verwandt war die Mitra (pizgoe), anfänglich wohl nur ein 
Band, welches sich allmiilig zur breiten Stirnbinde und zum Ilaartuch um- 
gestaltete. Dafs diese hauhenartigen Tücher, welche oft in einen oder meh- 
rere Zipfel hinten endigen, auch noch eine Sehmückung des Vorderkopfes 
durch eine Stephane zuliefsen, beweist der Fig. 226f abgebildete Kopf; 
ebenso trägt die Statue der Elpis im_Museo Pio Clementino (IV. Taf. 8) 
um das Hinterhaupt die Sphendone, auf dem Vorderhaupte aber die 
Stephane. Auch im heutigen Griechenland tragen die Frauen von Trikeri 
in Thessalien und auf der Insel Chios eine den antiken Sakkoi vollkommen 
ähnliche Kopfbedeckung (v. Stackelberg, Trachten und Gebräuche der Neu- 
griechen. LAbth. Taf.XllI, XlX). Dafs übrigens die Griechinnen bereits 
den Gebrauch des Brenneisens zur Bildung künstlicher Locken, von Wellen- 
scheiteln und Toupes (ßödzgvxot) kannten und mit den sonstigen Toiletten- 
geheimnissen der Haarkosmetik, zu welchen namentlich die wohlriechenden 
Salben und Oele zu rechnen sind, vertraut waren, geht zur Genüge aus 
den schriftlichen Ueberlieferungen, wie aus den bildlichen Darstellungen 
hervor (Fig. 2265, d). Schliefslich bemerken wir noch, dafs es sich mit 
den Schönheitsbegriffen der Griechen wohl vertrug, das Haar tief in das 
Gesicht fallen zu lassen, die Höhe der Stirn also zu verkürzen. Auf allen
        

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