Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-723966
Festen als Schmuck der Tempelbilder dargebracht wurden, sowie an jenes 
funfzchn Ellen lange, mit den manniglachstcn figürlichen Darstellungen 
geschmückte Himation, welches der Sybarite Alkimenes in den Tempel 
der lakinischen Hera bei Kroton weihte, und das von dem älteren Dio- 
nysios für120 Talente (circa 180,000 Thaler) an die Karthager verkauft 
wurde.  Die Plastik Freilich hat in ihrer edlen Einfachheit die Verzierung 
der Gewänder nachzuahmen verschmäht, und nur in wenigen Fällen zeigt 
sich bei einzelnen Gewandstücken eine Ausschmückung; so z. B. ist das 
obere Gewand der Statue einer Artemis im Museo Borbonico zu Neapel 
mit einer die Stickerei nachahmenden Kante versehen, und die alterthüm- 
liche Statue der Pallas im Dresdener Museum ist mit einem Peplos be- 
kleidet, welcher, jencm berühmten panathenäischen Peplos nachgebildet, 
mit Scenen aus der Gigantomachie geschmückt ist (vergl. Müller's Denk- 
mäler der alten Kunst, I. Taf. X. N0. 36, 38). 
43. Im Allgemeinen kann man annehmen, dal's die Griechen inner- 
halb der Städte ohne Kopfbedeckung einhergingen. Die Natur hat ja 
überhaupt den Bewohner der südlicheren Länder mit einem üppigeren Haar- 
wuchs ausgestattet als den Nordländer, und die Griechen liefsen sich die 
Pflege desselben besonders angelegen sein. Nur der längere Aufenthalt im 
Freien, wie Reisen, Jagden und einzelne Gewerbe einen solchen mit sich 
brachten, wobei der Kopf den brennenden Strahlen einer südlichen Sonne 
ausgesetzt war, erheischte jedesfalls eine leichtere Kopfbedeckung. Die 
verschiedenen Formen derselben wollen wir unter den Bezeichnungen xvvi 
und nilog zusammenfassen. Ueber die Form der xvvi], jener Kappe aus 
Hunds- oder NVieselfell oder auch von Rindsleder, aus welcher der Helm 
hervorging, werden wir in dem Abschnitt von der kriegerischen Tracht noch 
zu sprechen Gelegenheit finden. Schon bei Homer sehen wir den Landmann 
mit der Kappe von Geisfell (xvväv; uiyeiry) bedeckt, welche wir uns als 
eine halbkugelförmige, vielleicht mit Riemen unter dem Kinn befestigte 
Kappe zu denken haben. Auf einem Vasenbilde des Berliner Museums, 
welches das Innere einer Erzgielserei darstellt, erblicken wir denjenigen Ar- 
heiter, welcher mit dem Schürhaken das Feuer im Schmelzofen anschürt, 
mit dieser Kopfbedeckung zum Schutze gegen die Glut des Ofens versehen 
(Fig. 225a). Mehr halbeiförmig oder konisch war die mit dem Namen 
niloq bezeichnete, ebenfalls schirmlose (vgl.Fig.2l l), oder, wie aus manchen 
Monumenten hervorgeht, nur mit einer schmalen Krämpe versehene Filz- 
kappe. Schiffer und Gewerbetreibende, sowie manche Götter und Halbgötter 
sind an dieser Tracht kenntlich, so namentlich der Fährmann Charon,
        

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