Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-723922
mation an der Statue des bärtigen Dionysos im Vatican; ferner die die 
linke Seite und den Unterkörper bedeckenden Himatien an den schönen 
Statuen des Asklepios zu Florenz und im Louvre, sowie an der Figur 
des thronenden Zeus im Museo Pio Clementino, bei welchem der eine 
Zipfel des Gewandes auf der linken Schulter einen Ruhepunkt iindet und 
abwärts nur über den Schoofs der Figur faltenreich gelegt erscheint. 
Ebenso ungezwungen war der Umwurf des Himation bei dem weiblichen 
Geschlecht, ebenso frei die künstlerische Behandlung desselben auf Bild- 
werken. Eine durch die Sitte vorgeschriebene Regel im Umhängen dieses 
Gewandes, wie dieselbe bei den Männern stattfand, scheint jedoch fiir die 
weibliche Tracht nicht geherrscht zu haben. Vielleicht war die Tracht der 
Hydrien tragenden Jungfrauen im Festzuge am Fries des Parthenon die 
bei den attischen Frauen gebräuchlichste. Zum malerischen Umwerfen 
des Himation bedurfte es jedesfalls einer langen Uebung, und noch heut- 
zutage zeichnet sich bekanntlich der Südländer durch seine Geschicklichkeit 
aus, mit welcher er den faltigen Mantel, ja selbst die enge Jacke um 
seinen Körper malerisch umzulegen weifs. Die Griechen aber pflegten, 
um die Falten fester drapiren zu können und das Heruntersinken des Ge- 
wandes von den Schultern zu verhindern, kleine Gewichte in die Ecken 
des Himation einzunähen. 
Von dem Himation verschieden war der bei weitem kleinere oblonge, 
zgißuw, zgißaivtov genannte Umhang, welcher in den dorischen Staaten 
_ von den Epheben und Männern allgemein getragen 
Flg 222" wurde, während den Knaben der Gebrauch des Chiton 
 bis zu ihrem zwölften Jahre vorgeschrieben war. Auch 
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1  in t en iatte uic ie inneigung zu en strengen 
 5'. dorischen Sitten dieses Gewand Eingang gefunden. Hier 
l " X s?" i, bestand bis gegen die Zeit des peloponnesischen Krieges 
ä J  die Knabentracht aus dem blofsen Chiton. Mit dem 
 t r- f Eintritt in das Ephebenalter jedoch erhielt er die aus 
f l i, UÜ Q3, Thessalien oder Makedonien in Attika eingeführte 
 J l. j Chlamys (xlamig). Die Chlamys, gleichfalls ein ob- 
fli  i! longes Stück Zeug, wurde über die linke Schulter 
f    geworfen, während man ihre offenen Enden auf der 
f i; rechten durch eine Spange befestigte; die herabhän- 
I {f genden Zipfel des Gewandes wurden aber wie bei dem 
l f  Himation durch eingeniihte Gewichte straff herunter- 
,  "  gezogen. Die Chlamys war der eigentliche Reise- und 
Täixlyl Kriegsmantel. Wir haben die Statue des Phokiou im
        

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