Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-723900
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Die Traclit. 
Ampechonion, , Himation. 
artig durch Knöpfe oder Agralfen vereinigt wurden, dals in den Zwischen- 
räumen zwischen den Knöpfen der nackte Arm durchschimmerte, der 
ärmellose Chiton mithin das Ansehen eines Aermel-Chiton erhielt (Fig222). 
 Durch die vollkommene Ablösung des Dipldidion von dem eigentlichen 
Chiton bildete sich ein geschmackvoller Ueberwurf, welcher, über dem 
darunter gegürteten Chiton getragen, in seinen Formen jedoch eine treue 
Copie des eigentlichen Dipldidion wurde. Wahrscheinlich bezeichneten die 
Fig. 218. Griechen diesen Ueberwurf mit dem Namen Ampecho- 
nion (ämrsxövsov). Die Mode hatte auch dieses 
 Kleidungsstück mannigfachen Veränderungen unter- 
 .z_ worfen, indem sie den Ueberwurf entweder an den 
I Seiten schlofs, so dafs derselbe einem Jäckchen glich, 
j oder an beiden Seiten offen liefs und die herabhän- 
orjß- genden Enden oft bis zur Länge des Chiton ver- 
  A längerte (Fig. 218). Die Möglichkeit, das Ampecho- 
 ji, nion in so langen Zipfeln herabhängen zu lassen, 
 konnte natürlich nur dadurch bedingt werden, dal's 
 dasselbe mindestens dreimal so lang als breit war.  
Aufser diesen beiden zum Anziehen bestimmten Ge- 
i wändern erscheinen auf Bildwerken mitunter Frauen 
im  mit einem zweiten, jedoch etwas kürzeren Chiton 
über jenem bis zur Erde reichenden xnaiv rrodvjgsg bekleidet. Es würde 
den uns gesteckten Grenzen nicht entsprechen, wollten wir alle jene durch 
die Mode hervorgerufenen Wandlungen in dem Costüm der Frauen, wie 
die Bildwerke sie ergeben, hier näher erörtern. Eine Vergleichung nament- 
lieh der Vasenbilder, in denen die Trachten des gewöhnlichen Lebens über- 
haupt treuer, als in den idcalisirten Costümen der Werke der Plastik 
wiedergegeben sind, ergiebt eine Fülle von Gewänderm-welche aber auf 
jene oben beschriebenen Grundformen weiblicher Untergewänder, in den 
meisten Fällen wenigstens, zurückgeführt werden können. 
42. Nach der Betrachtung der ävdzinaza gehen wir zu den EmßM- 
yara oder nsgißlijnara über, d.h. zu denjenigen Kleidungsstücken, welche 
mantelartig über den Körper geschlagen wurden. Wie schon oben bemerkt, 
war, wie bei den Unterkleidern der Griechen, so auch bei den Ueberwürfen 
die oblonge Form die gebräuchliche und unterschieden sich dieselben gerade 
dadurch wesentlich von der römischen Toga. Ein solches zum Mantel be- 
stimmtes oblonges Gewebe, welches den Namen Himation (ipoiuov) trug, 
wurde derartig angelegt, dal's der eine Zipfel desselben zuerst über die
        

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