Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-723899
Die Tracht. 
Doppell 
 Chiton, 
Diplois. 
183 
wand erfafst hatl. Welche Anmuth liegt in dieser Darstellung, wie reizend 
folgt der faltenreiche Chiton und die Diplois, welche hier die Gürtung 
Fig 2m bedeckt, den Bewegungen des Körpers, und mit 
 wie feinem Sinn hat der Künstler die Gewaltsam- 
keit in der Bewegung des Mädchens durch eine 
 gewisse Ruhe in dem Faltenwurf der Gewandung 
 zu mildern gewnfst. Betrachten wir daneben eine 
 jener hehren Jungfrauengestalten, welche das Dach 
 geröäüdlicheagorläailäa) dies Elifßlltlleiül] (vergl. 
 Qjrjife  . tragen ig. . n ru iger, würdevoller 
(I)  Haltung, ein Bild der attischen Jungfrau, trägt 
Älv  die Kanephlgre das zieliliclhe Gäbiilk. In anmnthig 
f?"    s mmetrisc ge egten 'a ten auscht der K01 OS 
 Jf   über den Gürtel, und leicht bewegt fällt die IIOi- 
  plois von der Schulter abwärts über den Ober- 
,   a. flwftl körper. Mit welchem richtigen Gefühl für Schön- 
 gt  N53! heit aber auch hier, wo die architektonische 
 i" 1'   {Ä f tlik   Anordnung die höchste Ruhe in der Haltung des 
    illlll Körpers und in der Gewandung erheischte, der 
aä Ä  wie, Künstler seiner Figur dennoch Bewegung ein- 
 Äu i: 7'  hauchte, lehrt ein Blick auf das etwas gebogene 
  1 {L'll ' linke Bein und den dadurch veränderten geraden 
 ilälytl Faltenwurf des Chiton, sowie auf die anmuthig 
Nr ljlyl":  über den Oberkörper bis auf den Kolpos drapirte 
l       Diplois. 
M.     Die Ilauptveränderungen am Chiton, welche 
    die Mode hervorrief, fanden durch das verschiedene 
uiiiliununuuuuaiuumumnunwiunuimaummumuuumm Arrangement des Diplo-fdion statt, indem dasselbe 
einmal bald bis unter den Busen, bald bis zu den Hüften herabiiel, dann 
aber auf jeder Schulter entweder durch eine Nestel verbunden wurde 
oder die zusammengefafsten Ränder des Rücken- und Vordertheils über 
den Oberarm bis zum Ellenbogen-gezogen und an mehreren Stellen der- 
1. An dem hinteren Theil des ilatternden Gewandes findet sich unverkennbar die mäch- 
tige Talze eines Raubthieres; aus diesem Grunde haben wir die Erklärung einiger Ar- 
chaeologen in der oben angegebenen NVeise adoplirt, während wir die Deutung dieser 
Statuelle als thyrsussehwingende Thyiade schon deshalb zurückweisen müssen, da die 
decente Bekleidung mit dem den ganzen Körper verhiillenden DOPPCl-Cllllüfl, sowie das 
Fehlen des Weinlaubschmuckes im Haar dem orgiastischen Charakter einer Thyiade geradezu 
widersprechen würden.
        

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