Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-723886
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Die Tracht. 
Der Doppel- 
 C-hiton. 
Agraße befestigt ist, auch auf der linken Schulter zu vereinigen, und 
deutlich erkennt man hier, dafs der den Körper bedeckende Chiton mit 
dem Ueberschlage aus einem Stücke gewebt sind.  
Neben diesem ganz offenen und halb ollenen Chiton erscheint der 
geschlossene bis zu den Fufsspitzen herabwallende Doppel-Chiton (xnuiv 
noövjgqq). Wir haben uns denselben als ein die Körperlänge bei weitem 
überragendes und an beiden Seiten durchaus geschlossenes Gewand zu 
denken, innerhalb dessen die sich Bekleidende wie in einem Cylinder 
stand. Wie bei den Chitoncn der zweiten Form wurde auch hier der 
Ueberschufs des Stoffes nach aufsen umgeschlagen, sodann der durch den 
Ueberschlag gebildete obere Rand des Gewandes bis zur Schulterhöhe 
hinaufgezogen, Vorder- und Rückentheil erst auf der linken, dann auf der 
rechten Schulter zusammengefafst und 
Fit? 21a durch Nesteln befestigt, lllld endlich wur- 
ÄSH", den die Arme durch die beiden seitwärts 
„  von den Ncsteln entstandenen Oeffnungen 
  X hindurchgesteckt. Um die Hüften aber 
    wurde der Chiton durch einen Gürtel 
 i. f (Caiwov, dzgöcpoov) gegürtet, und das weit 
  i auf die Erde schleppende Kleid über den- 
 I],   I! selben soweit in die Höhe gezogen, dal's 
 der untere Saum desselben nur eben die 
  W-X Fufsspitzen sichtbar liefs; oberhalb des 
j N Mix (r Gürtels aber wurde der Chiton ringsum, 
     yl je nach seiner Länge, in bald kürzere, 
   bald längere malerische Falten gebauscht 
    ' (xälrrog). Wahrscheinlich bezeichneten 
 " die Griechen jenen Ueberschlag, den wir 
i  I, ' ß später auch als abgesondertes Bekleidungs- 
f  1 i"?   stück kennen lernen werden, mit den Na- 
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 wie)  ansc an 1c ung es gesc mac vo en rran- 
gements dieses geschlossenen Doppel-Chi- 
ton haben wir zwei Denkmäler aus der Blüthezeit griechischer Plastik 
gewählt. Unter Fig. 216 erblicken wir eine leider an Armen und Füfsen 
verstümmelte weibliche Gestalt (die Originalgröfse beträgt 10 Zoll), 
welche fliehenden Laufes vorwärts eilt. lhr Blick ist bittend nach oben 
gerichtet, als wollte sie von den Göttern Hülfe erllehen gegen ein sie ver- 
folgendes Raubthier, welches bereits mit seinensTatzen ihr flatterndes Ge-
        

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