Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-723851
Der Chiton (xnuiv) in seinen verschiedenen Formen bildete für Männer 
und Frauen das äilövua oder das unmittelbar auf dem Körper liegende 
Unterkleid. Ein zweites Untergewand, also etwa ein unter dem Chiton 
getragenes l-Iemde, scheint durchaus nicht üblich gewesen zu sein. Die 
Bezeichnungen twvoxizmv und iiximv sind mithin nur dahin zu deuten, 
dal's im ersten Falle der Chiton ohne das Himation, im anderen aber das 
Himation ohne den Chiton häuIig getragen wurde. Den Chiton haben wir 
uns als ein oblonges, zusammengelegtes Stück Zeug zu denken, welches 
derartig um den Körper gelegt wurde, dafs der eine Arm durch ein an 
der geschlossenen Seite angebrachtes Armloch gesteckt wurde, während 
die beiden oberen Ecken der olicnen Seite mit einer Spange oder einem 
Knopf auf der Schulter des anderen Armes zusammengeheftet wurden, 
das Gewand mithin an dieser Seite nach abwärts vollständig offen war 
und höchstens an den beiden unteren Zipfcln zusammengesteckt oder auch 
die offene Seite von der Hüfte etwa abwärts durch eine Naht verbunden 
Fi wurde. Um die Hüften aber wurde der Chiton durch 
g. 211. 
ein Band oder einen Gurt gegürtet und seine die freie 
A Bewegung der Beine hindernde Länge durch Aufwärts- 
yxp ziehen des Gewandes über den Gurt beliebig verkürzt. 
flfx X lälinen solchen ärmellosen, auf den Schultern mit Nesteln 
jäikx befestigten Chiton trägt der unter Fig. 211 dargestellte 
l l l  Krieger, Welcher von einem Reliefbilde auf einer schönen 
_ aittischen Graburne, den Abschied eines in's Feld zie- 
I henden Atheners von Weib und Kind darstellend, ent- 
nommen ist. Dieser von Wollenstolf gefertigte ärmellose 
iV X Chiton war den Doriern vorzugsweise eigenthümlich. 
Die Athener aber, welche früher den längeren, bei den 
E Ioniern in Kleinasien gebräuchlichen Chiton, getragen 
m hatten, scheinen etwa um die perikleische Zeit denselben 
mit der kurzen dorischen Form dieses Gewandes vertauscht zu haben- 
Häulig wurden diesem Chitoil bald kürzere nur den Oberarm bedeckende, 
bald längere bis an das lslandgelenk reichende Aermel angefügt, wodurch, 
namentlich im ersteren Falle, das Gewand vollkommen unseren Frauen- 
hemden glich. Mit diesem bis auf die Handgelenke reichenden Aermel-Chiton 
(ygtraiv  jedesfalls aus dem verweichlichten Orient 
nach Griechenland übertragen worden ist, sind die WVindgQttheiten Skiron, 
der Nordwestwind, und Boreas, der Nordwind, auf dem mit den Darstel- 
lungen der acht Hauptwinde geschmückten achtseitigenThurm der Winde 
zu Athen bekleidete (vergl. Fig. 159); desgleichen die freilich an den 
12"
        

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