Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-723824
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Die Beleuchtung. 
antiken Lebens. Taf. XVI. N0.  Dafs 
Flechtwcrk nachgeahmt wurde, bezeugt 
auch in edlen 
Athenaeus. 
Metallen 
das 
feine 
40. Zur Beleuchtung und Erwärmung der Zimmer dienten schon 
im homerischen Zeitalter auf hohen Ständern ruhende Feuerkörbe oder 
Fßllefbeßlißll (Ävlymvigsg), welche mit gedörrten Holzscheiten und Kien- 
Späne" (512689) gefüllt waren. Das vcrkohlte Holz aber wurde von den 
dienenden Miigden ab und zu auf den Estrich geschiittet und die Flamme 
mit frischen Holzstiicken genährt. Solche auf Stangen befestigten Feuer- 
körbe sind noch heute in Südrufsland bei nächtlichen Reisen und in Indien 
bei nächtlichen Ceremonien gebräuchlich. Ebenso alt war der Gebrauch 
von Kienfaekeln (daidwv iircö Äaptrroysvdwv), welche aus langen, dünn- 
gespaltenen, mittelst Bändern von Bast, Schilf oder Papyrus zusammen- 
gehaltenen Stäben von Fichtenholz zusammengesetzt waren (Fig. 207 c). 
Auch die Rinde der Weinreben wurde zu Fackeln ver- 
 Flg 20T wandt, die Lophis (Äocpig) hiefsen. Solche Fackeln hiel- 
  ten auch jedesfalls jene im Palast des Alkinoos zur 
JfQäl-i  , _ 
 ltlleuchtung des Saales auf Postamentcn aufgestellten 
 i goldenen Statuen in den Händen. Auf Vasenbildern 
erscheint neben dieser aus Holzstäben gebildeten Fackel 
mehrfach eine andere Form, vorzugsweise von der 
n b n Demeter und Persephone-getragen, welche aus kreuz- 
weis an einen Stab befestigten llolzstücken besteht 
(Fig. 207 b). Unstreitig aber hat jene aus Holzbiindeln zusammengefügte 
Fackel eine Nachbildung in der wahrscheinlich aus Metall oder Thon ge- 
bildeten, salpinxförmigen Fackelhülse gefunden, deren Oberfläche bald glatt 
war, bald jene mit Bändern oder Reifen zusammengehaltenen Stabbündel 
Fig.208. nachalnnend wiedergab, während das Innere mit harzigen 
Substanzen ausgefüllt war. Eine andere Art der Fackel war 
der Phanos (qavög, rpamf). In Pech, Harz oder Wachs ge- 
tränkte und durch Bänder eng miteinander verbundene Holz- 
"1-4 stiibe wurden in eine metallene Hülse gesteckt, welche sich 
inmitten einer bald nach oben, bald nach unten gekehrten 
Schale (xzirgrz) befand (Fig. 207 a]. Diese Schale diente dazu, 
die herabfallendcn Kohlen oder das herabtropfende Harz auf- 
zufangen. Solche Phanoi wurden entweder in der Hand ge- 
tragen oder konnten, wenn der Grill" sich zu einem langen 
1x Schaft (xavlög) verlängerte und mit einem Fufs (ßcirfog) ver- 
sehen war, hingestellt werden (Fig. 208) und hiefsen in dieser
        

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