Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-723753
ThongefüIs( 
Benennung der Formen; Trinkgefäfse. 
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(xvpßiov, uiwßq) soll ein tiefes, ungehenkeltes, längliches, in Form eines 
Nachen gebildetes Trink- oder Libationsgefäls gewesen sein; ein Beleg 
dafür findet sich aber unter den Thongefäfsen unserer Museen, so viel 
uns bekannt, nicht vor.  Die Kylix (xlilifi), eine mit zwei Henkeln ver- 
sehene Trinksehale, auf einem zierlich gestalteten Fufse ruhend (Fig. 201 
N0. 8), findet sich bildlich häufig dargestellt und begegnen wir derselben 
in allen Antikensammlungen. Die argivische Kylix unterschied sich von 
der attischen dadurch, dal's bei jener der Gefiifsrand etwas nach innen 
gekrümmt war, mithin eine kleinere Peripherie als der Bauch hatte. 0b 
die Kyliltes, welche im Alterthum unter dem Namen der therikleischen 
bekannt waren, von den auf ihnen dargestellten T hierfiguren, oder nach 
dem Töpfer 'l'herikles, welcher zur Zeit des Aristophanes zu Korinth in 
der Anfertigung solcher lminkgefzifse einen Ruf genofs, ihren Namen hatten, 
mufs dahin gestellt bleiben. Athenaeus beschreibt diese therikleischen 
Becher als tiefbauchig, mit zwei kurzen Henkeln versehen und am oberen 
Rande mit Epheuranken geschmückt. Als eine zweite Form des Trink- 
bechers sehen wir auf Fig. 202 in der rechten Hand des einen Epheben 
den Skyphos (Gxzlrpog), während die Kylix auf seiner ausgestreckten Linken 
ruht. An Gestalt ähnlich einer hohen Obertasse, bald mit einem geraden 
Boden und einer kleinen dorischen Basis versehen (Fig. 201 N0.  bald 
in eine Spitze auslaufend (lfig. 201 No.41), hatte derselbe oben meisten- 
theils dicht unter dem Rande zwei wagerecht abstehende kleine Henkel. 
Ursprünglich ein Trinkgeräth für Landleute, wie zum Beispiel Eumaios 
solchen dem Odysseus reichte, wurde derselbe später ein Tafelgeriith. 
Nach den für einzelne Localitäten eigenthiimlichen Formen unterschied das 
Alterthum böotische, rhodische, syrakusanische und attische Skyphoi.  
Wurde der Skyphos gewöhnlich als der Trinkbecher des Ilerakles be- 
zeichnet, so war hingegen der Kantharos (xcivüagog), ein auf einem 
hohen Fufse ruhender und mit weit ausgcschweiften dünnen Henkeln ver- 
sehencr Becher, dem Dionysos und den im dionysischcn Thiasos auftre- 
tenden Personen zuerkannt (Fig. 201 No. 12, vergl. Fig. 202), und auf 
Vasenbildern und anderen bildlichen Darstellungen begegnen wir beiden 
Gottheiten mit diesen ihnen eigenthümlichen Trinkbechern. Dafs der 
Kantharos der früheren Zeit bei weitem gröfser war, als der der spä- 
teren, dafür spricht eine Stelle beim Athenaeus, in der es heifst, dal's die 
neuen Kantharoi so klein seien, als solle man nicht den WVein aus ihnen, 
sondern sie selbst hinuntertrinken.  Als das älteste Trinkgefzifs aber 
wird das Karchesion (xagxvfozov) genannt. Es war nach der Erklärung 
des Athenaeus ein längliches 'l'rinltgeräth, in der Mitte des Rumpfes mäfsig
        

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