Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-723744
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Thongefifse. 
Formen  
Benennung der 
Schöpfgefäfse. 
da nach Athenaeus im Laufe der Zeit ein Wechsel in Form und Benen- 
nung desselben Gefafses stattgefunden hat. Die früher als Pelike bezeich- 
neten Gefafse hiefsen später (Thoen. Die Gestalt der Pelike war den pana- 
thenäischen Gefäfsen ähnlich, soll aber später die Form der Oinoehoe 
angenommen haben, wie solche bei den Panathenäen gebräuchlich waren. 
Zur Zeit des Athenaeus war die Pelike nur ein noch bei Festzügen ge- 
bräuehliches Schaugeräth, das damals allgemein übliche Schöpfgeriith aber 
glich mehr der Arytaina und führte den Namen Chous. Gleichfalls zum 
Ausschöpfen oder Ausmessen von flüssigen und trockenen Gegenständen, 
jedoch auch als Trinkgeräth benutzt, diente die Kotyle (xonjlq, xörvloc): 
so erhielten die in den syrakusanischen Steinbrüchen gefangen gehaltenen 
Athener tägiich eine Kotyle Wasser und zwei Kotylen Speise. Ihre Ge- 
stalt (Fig. 201 N0. 4 und 7, erstere von Panofka als Kotyle, von Gerhard 
als Skyphos, letztere von Panofka als Kotylos, von Gerhard als Kotyle 
bezeichnet) mag die eines tiefen, napfartigen, doppelhenkligen Gefdfses mit 
kurzem Fufse gewesen sein. Mehrere solcher kleinen Kotylen, mit 
Deckeln versehen, wurden mitunter verbunden und an einem gemeinsamen 
Fig 203_ Henkel getragen, ähnlich wie in Mitteldeutschland derartige 
Gefäfse noch heutzutage bei Landleuten im Gebrauch sind. 
 Athenaeus nennt ein solches von mehreren Kotylisken zu- 
 l  sammengesetztes Gefäfs xägvo; (Fig. 203). Seine elegante 
 Form läfst vielleicht darauf schliefsen, dal's dasselbe als 
v! vgl Tafelgeräth zur Aufbewahrung verschiedener Ingredienzien 
97"" u? gebraucht wurde.  Bald als Schöpf-, bald als Trinkgefäfs 
wurde auch der Kyathos (miaäog) benutzt. An Gestalt ähnlich unseren 
Mundtassen, nur mit einem bei weitem höheren, den Rand des Gefafses 
weit überragenden Henkel versehen (Fig. 201 No.1O, 13, 14), um beim 
Schöpfen das Eintauchen der Finger in die zu schöpfende Flüssigkeit zu 
vermeiden, wurde dieses Mafsgefafs bei den Symposien so lange angewandt, 
als unter den Trinkern die dorpgwdzivo; noch herrschte, und erst beim 
Uebergang zur Völlerei pflegte man gröfsere Trinkgeräthe herbeizuholen. 
Diese letztere Form der Schöpfgeräthe bildet schon den Uebergang 
zu den Trinkgefäfsen. Als drei in ihrer Form nahe verwandte Gefafse 
haben wir hier die Phiale, das Kymbion und die Kylix. Die Phiale 
(qmilq) zunächst war eine flache, henkellose Schale ohne Fufs (Fig. 201 
N0. 1 und 2), deren buekelartig wie beim Schilde erhobener Mittelpunkt 
diupalö; hiefs. Kleinere Phialen wurden als Trinkgeräthe, gröfsere zu 
Libationen und Lustrationen, als Siegespreise oder Anathemata in Tempeln, 
namentlich die aus edleren Metallen gearbeiteten, benutzt. Das Kymbion
        

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