Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-723730
ungemischten Wein, gewesen zu sein, dessen Dimensionen gleicmaus va- 
riirten, indem einzelne Fälle vorkommen, wo Zecher solche Ipvxnjgeg ge- 
ringeren Inhalts leeren. Nach der Angabe bei Pollux hiefs dieses Gefzifs 
auch divog und ruhte statt auf einem Fufse auf Würfeln oder Knöpfen. 
Seine Gestalt scheint einlerartig gewesen zu sein, und dem Kalathos, dem 
Arbeitskorbe der griechischen Frauen, entsprochen zu haben, weshalb er 
auch mit dem Namen xcilaßog bezeichnet wurde; mehrere derartig ge- 
staltete Gefafse finden sich in unseren Vasensammlungen vor, auf welche 
die Benennungen zpvxzofg und divog anzuwenden sein möchten. 
Zu den Schöpfgefiilsen rechnen wir zunächst diejenigen, welche mit 
den Namen 039151010110, 0391501110; und cfgiißallog bezeichnet werden. Sie 
alle lassen aus ihrer Ableitung von 0396m auf ihre Bestimmung als Geräthe 
zum Schöpfen schließen. Von der Form des Aryballos sagt Athenaeus, 
dafs derselbe nach dem Boden zu sieh erweitere, am Halse aber wie ein 
geschnürter Geldbeutel, der Aryballos genannt wurde, eingezogen sei. 
Derartig geformte Gefiifse finden sich aber in unseren Museen zahlreich 
vor (Fig. 201 N0. 34 und 36). Als Gefafs zur Aufbewahrung von Salben 
wird gleichfalls der Aryballos, sowie die Arytaina oder Arysane unter den 
Badegeriithsehaften mehrfach erwähnt.  Die Oinochoe (olvoxdq), Chous 
(xoüg), Prochous (rrgöxozlg) und Epichysis (änixvöng) dienten, wie schon 
der Name sagt, zum Schöpfen und Ausgiefsen von Flüssigkeiten, nament- 
lich des Weines. Die Form dieser kannenartigen, einhenkligen, in ihrer 
Gröfse sehr variirenden Gefäße, welche nach Art unserer Theetöpfe 
oder älteren Kaifeekannen mit einer Tülle oder auch mit drei durch die 
geschmackvolle Krümmung d-er Gefafslippen gebildeten Tüllen versehen 
waren, kehren in den Sammlungen antiker Gefäfse häufig wieder (Fig. 291 
N0. 26-31), und wird ihr Gebrauch 
Fig'202' durch bildliche Darstellungen deut- 
ä  lieh; so auf dem unter Fig. 202 ab- 
 ! j gebildeten Vasenbilde, auf dem der 
.1 VI:  - 1 zur rechten Seite knieende Ephebe 
{l  72 D  mit der Oinochoe aus dem Krater 
 l  Wein schöpft, um damit die von 
einem zweiten Epheben dargereichten Trinkgeräthe zu füllen.  War 
nun die Oinoehoe vorzugsweise für das Schöpfen des Weines bestimmt, 
an Gßhäinf. der Prochous wohl häufiger als Wasserkanne gedient zu haben.
        

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