Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-723713
weitbauchiger und kurzhalsiger Gefäfse gebraucht zu sein, deren Bestim-i 
mung aus mehreren Vasenbildern, auf Welchen wasserholende Jungfrauen 
mit derartigen gefüllten oder leeren Krügen auf den Köpfen dargestellt 
sind, klar wird. Insbesondere bezeichnend für diese Gefafse ist ein dritter 
Henkel, welcher, auf der Mitte des Bauches angefügt, sowohl das Unter- 
tauchen des Gefäfses in das WVasser, als auch das Aufheben des gefüllten 
Kruges auf den Kopf der Trägerin wesentlich erleichterte. Die mit dem 
Diminutiv Hydriske (Öögiömj) bezeichneten Gefaifse mögen eine Nachbildung 
jener gröfseren I-lydrien gewesen sein und waren zur Aufbewahrung von 
Salböl bestimmt. Gleichfalls zur Aufbewahrung von Wein oder Wasser, 
jedoch auch als Aschenurne gebräuchlich, war der Krossos (xgwrrddg, 
xgwdög, xgwdzriou). Seine Gestalt mag sich der der Hydria genähert 
haben, doch sind wir nicht im Stande, eine der uns erhaltenen Gefafs- 
formen als Krossos zu bezeichnen. Als kleineres Wcingefzifs, wahrschein- 
lich weitbauchig und mit langem Halse, wird der Lagynos (ldyvvog) 
erwähnt. Gerhard vergleicht denselben mit der heutigen Orvietoflasche. 
Auch mag der mit Korbwerk umflochteue Lagynos, welchen Suidas durch 
rplarrxtov erklärt, das Urbild zu unseren Flaschen oder Flacons gewesen 
sein. Auf Reisen, namentlich für die Soldaten im Felde, diente der Kothon 
(uaiflwil), eine Feldflasche mit engem Halse, starkem Bauche und Henkel, 
welche den Vortheil darbot, dafs das trinkbare Wasser von den schlam- 
migen Theilen an den inneren YViinden des Gefafscs, wahrscheinlich durch 
Anwendung eines besonderen Thons, sich ahklärte. Ein ähnliches Trink- 
fliisehchen war der Bombylios (ßoyßevltäg, ßoytßißlq). Aus seinem engen 
llalse flofs die Flüssigkeit nur tropfenweise heraus und liefs dabei, ähnlich 
wie bei dem von den Alexandrinern gebrauchten 197165011 oder ßojdda, einen 
gurgelnden Ton hören. Ob die von Gerhard und Panofka mit dem Namen 
Bombylios bezeichneten Ilenkelfläschchen (Fig. 201 No. 37) der von den 
Griechen bezeichneten Gefafsform entsprechen, müssen wir dahin gestellt sein 
lassen.  Zur Aufbewahrung des Salböls dienten zunächst die schon bei 
llomer genannten Lekythoi (lvjxväot), deren Form theils durch ihre Dar- 
stellung auf Vasenbildern, theils durch viele erhaltene Exemplare verbürgt 
ist (Fig. 201 No.  In ihnen wurde das Oel aufbewahrt, mit welchem 
die Glieder für die Uebungen auf der Palästra oder nach dem Bade ge- 
schmeidig gemacht wurden: aus ihnen wurde das geweihte 081 über die 
Gräber der Verstorbenen gespendet. Diese Gefiifse zeigen so ziemlich 
überall denselben Typus. Da das Oel nur tropfenweise herauslliefsen 
durfte, so war der Hals eng, und mochte die heraustropfende Flüssigkeit 
einen ähnlichen huttelnden Ton (Äaxeiv, laxcäCetu) hören lassen, wie bei
        

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