Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-723695
longefäfse. 
Benennung der 
Formen  
Vonathsgefätse. 
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Terminologie entwickelt, als es die Neuzeit thut. Dazu kommt, dafs ein 
und dieselbe Form je nach den verschiedenen Oertlichkeiten wohl ver- 
schieden benannt oder von der Mode ihr Namen umgetauft wurde. 
WVir haben uns deshalb damit begnügt, einundvierzig der prägnantesten 
Gefaifsformen auf Fig. 201 zusammenzustellen, unter welche sich die un- 
zähligen anderen Formen, welche wir in unseren Museen vertreten finden, 
theilweise wenigstens unterordnen lassen können. 
Wir scheiden die Gefäfse nach ihrer Verwendung zunächst in Vor- 
raths-, Misch- und Schöpfgefafse. Unter den Vorrathsgefäfsen, welche 
zur Aufbewahrung von Flüssigkeiten, wie Wein, Oel, Honig und Wasser 
dienten, nimmt der Pithos (rriüog) durch seine Gröfse die erste Stelle ein. 
NVir haben uns darunter ein von starken Thonwänden geformtes fufsloses 
Gefafs zu denken, welches nach unten entweder zugespitzt oder auch 
abgeflacht war. Im ersteren Falle war der Pithos wohl kleiner und zur 
Erhaltung des Gleichgewichts wahrscheinlich in die Erde gegraben, in 
letzterem aber von grofscn Dimensionen und mit einer weiten Mündung 
versehen. Jedesfalls glich der grofse Pithos an cubischem Inhalt unseren 
grofsen Weinfässern, da beispielsweise jene Pithoi, Welche in den Felsen- 
kellem des Gallias zu Agrigent lagerten, hundert Amphoren Wein fafsten, 
und in Athen zur Zeit des peloponnesischen Krieges die ärmere, in die 
Stadt geflüchtete Bevölkerung in solchen Gefzifsen, die auch mäoixvat ge- 
nannt werden, ihre Wohnung aufschlug. Berühmt in der Mythologie ist der 
Pithos der Danaiden und jener, in welchem Eurystheus sich verbarg; ge- 
schichtlich das Fafs, welches dem Diogenes zurWohnung diente. Dem Pithos 
ähnlich, jedoch wohl kleiner und transportabler, mag der Stamnos (oräwßog) 
(Fig. 201 N0. 18 von Panofka und Gerhard als Stamnos, Fig. 201 No. 40 
von Panofka als Lekane, von Gerhard als apulischer Stamnos bezeichnet), 
sowie der Bikos (ßixog) gewesen sein. Wein, Oel, Feigen und eingesalzene 
Speisen wurden in ihnen verwahrt. Vollständig im Unklaren aber sind 
wir über die Formen jener Weingefafse, welche die Alten mit 179951; und 
mrzivq bezeichneten. Desgleichen ist die Form des Kados (xolöog), eines 
gröfseren zum Aufbewahren des Weines bestimmten Gefäfses, nicht an- 
zugeben, wenn man nicht anders annehmen will, dal's derselbe zu der 
Classe der Ampboren zu rechnen sei. Die Form der Amphora (änqwogezig), 
eines zweihenkligen Gefäfses (Ö äxarägwäau xazä w? uiza dvvvinszwog 
(pägsoäav), welches schon bei Homer vorkommt, ist durch vielfache Dar- 
stellungen auf antiken Vasenbildern, Basreliefs, Münzen und Gemmen be- 
kannt. Es sind mehr oder minder weitbauchige, doppclhenltlige Gefzifse 
mit bald längerem, bald kürzerem Halse und mit einer im Verhältnifs zum 
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