Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-723610
hilder dienen, von denen das erstere einen Tlöpler in einer dem unter 
Fig. 197 dargestellten Bilde ähnlichen Beschäftigung zeigt; das andere 
aber, von etwas roherer Arbeit, uns einen vollständigen Einblick in das 
Innere einer Töpferwerkstatt mit ihrer Töpferscheibe und dem Brennofen 
thun läfst.  Eine gute Thonerde (M xsganizig), vorzüglich die von rother 
Farbe, war ein Haupterlordernifs für die Anfertigung der feineren T hon- 
gefafse. Deshalb war Athen die Hauptstätte antiker Thonbildnerei, weil 
das nahe gelegene Vorgebirge Kolias ein unerschöpfliches Lager solcher 
feiner Thonerde darbot. Zum Formen der Gefäfse bediente man sich schon 
im hohen Alterthume der Töpferscheibe (xsgoiueiog 19016;). Nicht; allein 
die kleineren Gefafse, sondern auch die gröfseren wurden auf ihr geformt, 
nur mit dem Unterschiede, dafs bei Gefäfsen von gröfserer Dimension 
meistentheils der Fufs, Hals und die Henkel besonders geformt und später 
erst dem Bauche des Gefafses angefügt wurden, eine Manipulation, welche 
jedesfalls auch bei denjenigen kleineren Gefzifsen in Anwendung kommen 
mufste, bei denen die Henkel weit ausgeschweift waren. Auf dem Ofen 
wurde alsdann das Gefafs, dessen äufsere Oberfläche nicht selten, um die 
rothe Farbe des Thones intensiver zu machen, einen Ueberzug von Firnifs 
erhielt, getrocknet und gebrannt. Behufs der Bemalung wurden darauf 
mit einem spitzen Griffel die Contouren für diejenigen Darstellungen, mit 
welchen das Gefiifs geschmückt werden sollte, eingeritzt und diese Umrisse 
mit einer glänzenden schwarzen Lackfarbe derartig ausgefüllt, dafs die 
Darstellung sich im lebhaften schwarzen Farbentone von der Naturfarbe 
des rothen Thones, welche den Grund bildete, abhob; oder in umgekehrter 
Weise wurde der rothe Grund des Gefäfses mit jener schwarzen Lack- 
farbe bis zu den Contouren der Darstellung bedeckt, so dafs das Bild 
selbst in der röthlichcn Färbung des Thones aus dem schwarzen Grunde 
sich hervorhob. Jenes Verfahren war das ältere und deshalb werden die- 
jenigen Gefäfse, auf welchen die Darstellung schwarz auf rothem Grunde 
erscheint, einer früheren Periode der Gefiilsbildnerei zugeschrieben. Bei 
beiden Arten der Bemalung wurde behufs der feineren Ausführung des 
Faltenwurfes und der Musculatur nackter Körpertheile im ersteren Falle 
durch Aussparung feiner Linien in der rothen Grundfarbe des T hones 
innerhalb der schwarz gemalten Darstellung, in letzterem Falle durch Ein- 
zeichnung solcher Linien mit schwarzer Farbe eine gewisse Vollendung in 
der Zeichnung erzielt. Andere Farben, wie ein dunkles Roth, Violett und 
Weifs, welche sich bei ihrer näheren Untersuchung als ablösbare Deck- 
farben ergeben haben, wurden erst, nachdem das Gefafs zum zweiten 
Male gebrannt war, aufgetragen.
        

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