Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-723602
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Thongefäfse. 
Fundorte 
Fabrikation derselben. 
und 
(Canosa) eine reiche Ausbeute antiker Gefäfse. Nicht minder zahlreich 
sind die Funde in Lucanien, besonders bei den Städten Castelluccio, Anxia 
(Anzi), Paestum und Eboli. Vorzüglich ergiebig aber an herrlichen Thon- 
gefafsen ist das alte Campanien mit seinen Städten Nola, Phlistia (Santa 
Agata de' Goti), Cumae und Capua. In Mittelitalien endlich haben die 
Nekropolen der alten etrurischen Städte Veii (Isola Farnese), Caere, Tar- 
quinii, Vulci, Clusium (Chiusi), Volterrae (Volterra) und Adria die reichste 
Ausbeute geliefert, und es steht zu hoffen, dal's der Zufall, sowie planmäfsig 
geleitete Ausgrabungen noch manches interessante Monument zu Tage för- 
dern werden. Anders verhält es sich mit Griechenland und Kleinasien. In 
diesen Ländern ist durch die Ungunst der politischen Verhältnifse der Boden 
noch fast an keiner Stelle,'an denen einst die Cultur ihren Sitz aufge- 
schlagen hatte, wissenschaftlich durchforscht, daher die verhältnifsmäfsig 
spärliche Ausbeute, welche sich vorzugsweise aufAthen, Aegina und Korinth 
beschränkt. Schliefslich erwähnen wir noch der Entdeckungen in den Grah- 
hügeln des alten Pantikapaion, der Hauptstadt des bosporanischen Reiches, 
welche, aufser mannigfachen reich gearbeiteten Geräthen aus edlen Metallen 
und Bronze, eine grofse Anzahl bemalter 'l'hongef:ifse einschlossen, die zum 
grofsen Theil wenigstens durch den Handel aus Griechenland zu diesem 
entfernten Punkte antiker Cultur gekommen sein müssen. 
36. Unsere Betrachtungen über die Technik der antiken ThongeFifse 
wollen wir an die Darstellungen zweier geschnittenen Steine anknüpfen. 
Fig 196 Fig 197 Auf der ersten (Fig. l96)'er- 
  ' ' blicken wir einen mit dem Chiton 
f;   bekleideten Epheben vor einem 
  ,  zierlich gestalteten Ofen sitzen, 
v  I,   von welchemer mit I-tllulfehzvveier 
 Xj A! I: [n Stabchen ein wa rsc einlich 
"i X frisch gefirnifstes, doppelhenk- 
liges Gefäfs herunternimnit. 
Einen ähnlichen Blick in das Innere einer Töpferwerkstatt gewährt uns das 
andere Bild (Fig. 197). Hier scheint ein völlig unbekleideter Töpfer dem 
schon fertig gebrannten Gefäfse (wohl mit einem Stückchen harten Sohl- 
leders) die letzte Politur zu geben, während vor ihm auf dem durch eine 
Thür verschlossenen backofenartig gestalteten Brennofen eine Sehöpfkanne 
und eine Triiiksehale zum Trocknen aufgestellt sind. Als Ergänzung dieser 
Seenen mögen dem Leser noch die beiden von Jahril publicirten Vasen- 
der kgl. sächsischen 
1 Berichte 
Ges. d. Wissensch. 
1854. 
hist. 
Phil.
        

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