Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-723572
Laden 
Kisten. 
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mit Figuren und Verzierungen von eingelegter Arbeit geschmückte oder 
auch mit mäandrisch oder schlangenförmig gewundenen Linien bemalte 
kleinere Kästen sind unter Fig.195 b, c, f, g, h, sämmtlich von Vasenbildern 
entnommen, dargestellt. Vorzugsweise scheint die Verzierung dieser Ge- 
räthe mit polirten Nägeln sehr beliebt gewesen zu sein (Fig. 195 c, f, h), 
eine Mode, die auch in unserer Zeit für zierliche Holzarbeiten wiederum 
in Aufnahme gekommen ist. Das berühmteste Beispiel einer solchen reich 
verzierten Lade war der im Opisthodom des Heratempels zu Olympia auf- 
gestellte, vielleicht aus dem Anfange der Olympiadenrechnung stammende 
Kasten des Kypselos, welcher nach Böttichefs Vermuthung zum Auf- 
bewahren merkwürdiger grofser Votivgewebe, wie solche in den Tempeln 
als WVeihgeschenlie niedergelegt zu werden pflegten, gedient hat. Nach der 
heim Pausanias erhaltenen genauen Beschreibung war derselbe aus Cedern- 
holz wahrscheinlich in elliptischer Gestalt verfertigt und reich mit my- 
thologischen theils in Holz geschnitzten, theils in Gold und Elfenbein ein- 
gelegten Darstellungen geschmückt, welche in fünf iibereinanderlaufenden 
Streifen den Kasten rings umgaben. Auf Bildwerken, namentlich auf Vasen- 
bildern, erscheinen derartige gröfsere, zum Aufbewahren von Kleidungs- 
stücken bestimmte Deckeltruhen im Ganzen selten (Fig. 195 a)  sehr häufig 
u b   c d 
        
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e f g 7: 
dagegen jene kleineren tragbaren Kästchen, deren Bestimmung als Behälter 
für Schmucksachen, Spezereien (Fig. 195 b, d, e, f, g, h) und Salbenflaschen, 
so das unter Fig. 1950 abgebildete Kästchen, aus dem Zusammenhange 
der Darstellungen hervorgeht, welchen diese Abbildungen entlehnt sind. 
Als Behälter für Schriftrollen scheint auf einem Vasenbildeß der vor einem 
lesenden Epheben stehende Kasten mit der Inschrift: nXEIPONEIZ KAAEM ge- 
1 Vergl. die auf der inneren Fläche einer 'l'rinkscliale des königl. Museums zu Berlin 
(Gerhard, Trinkschalen und Gefäfse, I. Taf. IX) dargestellte grofse Deckelkisle, in welche 
Hypsipyle, die lemnische Königstochter, ihren Valer Thoas verborgen hat. Desgleichen das 
in dem Abschnitt: Frauenleben unter Fig. 234 mitgetheilte Vasenbild. 
2 Micali, L'Ilalia avanti il domiuio dei Romani. Tav. CIII.
        

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