Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-723561
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Tische. 
Laden um 
Kisten 
Auf grofsen Schüsseln wurde das Fleisch in den Speisesaal getragen, durch 
die Schaffner zertheilt, die Portionen unmittelbar auf die Tischplatte gelegt 
und in Ermangelung von Messern und Gabeln mit den Fingern zum Munde 
geführt, während das Backwerk in Körben neben die Tische hingestellt 
wurde. Ob diese homerischen vor den Thronen stehenden Tische ebenso 
niedrig waren, als die auf Monumenten zahlreich vorkommenden Tische einer 
späteren Zeit, in welcher die Sitte des Liegens die ältere des Sitzens bei 
Tische bereits verdrängt hatte, müssen wir dahingestellt sein lassen, da 
die antiken Bildwerke für jene ältere Sitte keine Belege darbieten. Wie 
bei den oben gedachten Möbeln wurde auch auf die künstlerische Aus- 
stattung der Füfse der Tische eine besondere Sorgfalt verwendet. Na- 
mentlich beliebt war es, den Beinen der Tripoden die Form von Thier- 
fiifsen zu geben oder ihre Enden als Thierklauen zu bilden, während die 
vierbeinigen Tische meistentheils ein weniger künstlerisches Aeufsere haben 
(vgl. Fig. 194a, b, c). Als Material wurde Holz, namentlich Ahornholz 
genommen, später aber vorzugsweise Bronze, edle Metalle und Elfenbein. 
Fig. 194.  
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 b c 
34.  gsstücken, sowie von kostbaren 
Geräthsc, nflaschen und Schriftrollen dienten 
gröfse _ i ästen. Kommoden mit Schiebladen 
3.5 l     hüren versehene Spinden scheint das höhere 
 ß icht gekannt zu haben, und erst auf wenigen Monumenten 
 f 'teren Zeit, wie beispielsweise auf dem gefalligen herculanischen 
Wandgemälde, welches uns in das Innere einer Schuhmacherwerkstatt 
einführt, erblicken wir einen unseren Spinden ähnlichen Behälter. Die 
von Homer mehrfach erwähnten gröfseren und kleineren Kleiderbehälter 
(qawgtapög, xqlög) glichen ohne Zweifel unseren alten Truhen, welche 
sich hier und da noch in älteren Haushaltungen erhalten haben. Diese 
Behälter, deren grofse Außenflächen sich vorzugsweise für eine künstlerische 
Ausschmückung eigneten, wurden mit den mannigfachsteil Darstellungen 
und Ornamenten verziert, sei es, dal's dieselben als Relief aus dem Holze 
gearbeitet, oder in edlen Metallen und Elfenbein eingelegt waren. Solche
        

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