Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-723516
Geräthe zum Sitzen. 
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in ihrer zierlichen Krümmung mit der geschwungenen Rücklehne in wohl- 
thuendem Einklang. 
Unter 1996110; endlich begreifen wir alle jene gröfseren Sitze, welche, 
aufser einer entweder bis zur halben Rückenhöhe oder bis zur Kopfhöhe 
gerade aufsteigenden Rücklehne, auch mit niedrigen Seitenlehnen als Stütz- 
punkte fiir die Arme versehen sind. Wie im Tempel der Thronos der 
Sitz der Gottheit war, galten die Thronoi im Hause als Ehrensitze des 
Gebieters des Hauses und seiner Gastfreunde. Durch ihre Gröfse schwer 
beweglich, hatten sie, wie zum Beispiel die Throne für die Fürsten im 
Saale des Alkinoos, rings an den Wänden herum ihre feste Stelle, wäh- 
rend die oben gedachten kleineren Sitze leicht von einem Orte zum anderen 
geschoben werden konnten. Diese für den Privatgebrauch bestimmten Ehren- 
sitze waren wohl meistentheils aus schwerem Holz gefertigt, wohingegen 
die für die Götter in den Tempeln aufgestellten, sowie die für die Leiter 
und Richter in den Ekklesien, Dikasterien, Buleuterien, im Stadion und 
Hippodrom bestimmten Throne wohl durchgängig aus Marmor gearbeitet 
waren. Ueberall aber stattete die griechische Kunst dieses Geräth, der 
Würde desselben entsprechend, mit reicher Ornamentik aus. Hier erscheinen 
die Beine entweder sauber gedreht oder mit reichen Blattwerk -Verzie- 
rungen versehen, dort sind die Armlehnen oder der Sitz von Figuren ge- 
stützt, und eine nicht mindere Sorgfalt ist auch auf die Rücklehne ver- 
wendet. Auf Bildwerken erblicken wir den Thronos in den mannigfachsten 
Formen. Der Thronos mit niedriger Rücklehne wird uns durch die Ab- 
bildungen Fig. 188g und Fig. 189a vergegenwärtigt, ersterer von dem 
Harpyien-Monument in Xanthos, letzterer vom Fries des Parthenon ent- 
nommen. Den alterthümlichen hölzernen Thron mit hoher Rücklchne giebt 
uns ein Marmorrelief (Fig. 189b) aus der besten Zeit, und zwei durch 
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