Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-723505
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G01 
zum Sitzen. 
äthe 
Form des Diphros, auch öxladiag Öirpgog, dxladioeg oder auchtbei Hesych 
396110; nzvmög, öirpgog zarrsivög genannt, konnte, da der Sitz nur aus 
Riemengellecht gebildet war, mit Leichtigkeit zusammengelegt werden, und 
es herrschte schon in älterer Zeit bei den Athenern die Sitte, solche Sessel 
von ihren Sklaven sich nachtragen zu lassen. Gleich häufig im Gebrauch 
waren die auf vier senkrechten Füfsen ruhenden Diphroi. Ihre Construction 
schliefst natürlich, da_ Sitz und Füfse fest ineinandergefügt waren, die 
Möglichkeit des Zusammenklappens aus. Beiden Formen des Diphros, na- 
mentlich aber der letzteren, begegnen wir auf antiken Monumenten in den 
verschiedensten Niiancirungen. Der unter Fig. 188a dargestellte Diphros 
okladias ist von dem Marmorrelief eines Grabes zu Krissa entlehnt. An 
diesen schliefsen sich die beiden unter Wg. 188 b, g: von Vascnbildern ent- 
nommenen Klappstühle an, deren Fiifse in zierliche Krümmung gebogen 
und sauber geschnitzt erscheinen. Den auf vier feststehenden Füfsen ru- 
henden Diphros vergegenwärtigen uns die Darstellungen Fig. 188d und 
Fig. 189 c, ersterer vom Fries des Parthenon, wo auch ähnliche Sessel von 
den Töchtern und Frauen der Metoiken, welche sich bei den Panathenäen 
der Sitte des Stuhltragens (dtqigotpogeiv) unterziehen mufsten, auf dem 
Kopfe getragen werden; letzterer von einem athenischen Marmorrelief ent- 
nommen und namentlich durch seine sauber gedrehten Füfse, sowie durch 
die oberhalb des Sitzbrettes angebrachten gedrechselten Knöpfe ausgezeich- 
net, Welche vielleicht zur Befestigung des auf dem Sitze befindlichen 
Kissens dienten.  Aus diesem festen Diphros hat sich durch Hinzufiigung 
der Rücklehne die zweite Gattung der Stühle entwickelt, für welche daher 
die Bezeichnungen xlmyög, xlwmjg und xlmio; passen würden. Ihre Form, 
welche sich aus den Abbildungen Fig. 188 e, f crgiebt, gleicht wesentlich 
unseren im Privatgebrauch allgemein üblichen Stühlen, nur dal's der obere 
Theil der Lehne des griechischen Stuhles mitunter halbkreisförmig ausge- 
schweift erscheint, wodurch der Oberkörper des Sitzenden eine bei weitem 
bequemere Stellung einzunehmen vermochte, als dies bei unseren gerad- 
lehnigen Salonstühlen der Fall ist. Die auswärts geschweiften Beine stehen
        

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