Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-723459
selben, c das Diazoma und d die Treppen zu den dahinterlicgenden 
Sitzen bedeuten. 
Die Orchestra haben wir schon oben als den Platz für die Chor- 
reigen bezeichnet, von denen die dramatischen Aufführungen ausgegangen 
waren. Zu diesem Zwecke wurde denn auch bei späteren Theatern 
ein grofser Platz zwischen dem eben beschriebenen Zuschauerraum und 
dem Bühnengebäude aufgespart. Und zwar war dieser Platz in dem 
griechischen Theater gröfser als in dem römischen, in welchem derartige 
Tänze nicht stattfanden. Vitruv geht in seiner Beschreibung der griechi- 
sehen Orchestra von einem Kreise aus, in diesen werde ein Quadrat so 
hineingezeichnet, dafs es mit seinen vier Ecken die Peripherie desselben 
berührt. Die der Bühne zunächst liegende Seite bildet dann die Grenze 
der Orchestra; der Raum zwischen dieser Linie und der ihr parallelen 
Tangente wird durch die Bühne eingenommen. Auf der anderen Seite 
ist, wie wir schon gesehen haben, die Orehestra von dem Zuschauerraum 
eingeschlossen. In der Mitte derselben befindet sich die Thymele, der 
Altar des Dionysos, welcher den Mittelpunkt des Chorreigens ausmachte. 
Der Fufsboden war geebnet, bei Versammlungen vielleicht mit Sand be- 
streut (daher uovlazga), und nur wenn Tänze aufgeführt wurden, mochte 
man denselben mit einem Bretterboden rings um die Thymele umgeben, 
die wahrscheinlich auf mehreren Stufen ruhte. Andere Vorrichtungen 
waren indefs nöthig, wenn das Theater zu dramatischen Aufführungen 
benutzt werden sollte. Dann nämlich war die Orchestra allerdings auch 
der Platz des Chores; da dieser aber nicht blofs Tänze und Gesänge auf- 
zuführen, sondern auch mit den auf der erhöhten Bühne stehenden Schau- 
spielern zu sprechen hatte, so mufste auch für ihn ein erhöhter Platz ge- 
wonnen werden. Dies geschah dadurch, dafs man auf der einen Hälfte der 
Konistra, bis zur Thymele hin, hölzerne Gerüste errichtete und darauf einen 
Fufsboden aus Brettern legte, den man nun im engeren Sinne Orehestra 
nennt; eine scenische Orchestra, wie man dieselbe im Gegensatz zu der 
choreutischen sehr richtig benannt hat. Zu dieser nur um einige Fufs 
tiefer als die Bühne liegenden Orchestra gelangten die Choreuten durch 
dieselben Zugänge (rragddog) zwischen den Stützmauern des Koilon und 
dem Bühnengebäude, durch welche auch die Zuschauer in die Konistra 
und von dort nach den Sitzen gingen. Stufen führten zur Orchestra 
empor, sowie auch diese ihrerseits mit der Bühne durch niedrige beweg- 
liche Treppen (xliuoexsg) von etwa drei bis vier Stufen (xlqmxzügsg) 
zusammenhing, indem es der Gang der Stücke öfter nöthig machte, dafs 
der Chor von der Orchestra aus die Bühne betrat oder von der Bühne
        

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