Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-723297
Hippodn 
H11 Z1 
Olympia. 
123 
tathlon u. s. w. bedingten die Anlage des Stadium (dzoidzov); und für die 
höchste Spitze derartiger Festfeier, die Aufführung musikalischer und dra- 
matischer Schöpfungen, waren die Theater bestimmt. 
Was zunächst die Stätten für die oben genannten ritterlichen Uebun- 
gen anbelangt, so hat man sich dieselben ursprünglich (wie auch beim 
Gymnasien der Fall war) sehr einfach zu denken. Den Helden vor Troja 
genügte zum Wettrennen mit Rofs und Wagen ein flaches Gefilde, das sich 
vom Meere ab landeinwärts erstreckte; rings um werden die Grenzen im 
Erdboden abgesteckt; ein verdorrter, eine Klafter hoher Stamm, an welchem 
rechts und links zwei weifsschimmernde Steine lehnen, dient als Ziel (Gina). 
Hier hatten die Wagenlenker umzuwenden, um wieder zur Ablaufslinie zu- 
rückzukehren. Die Zuschauer nahmen Platz, wo sie ihn fanden; waren 
Hügel in der Nähe, so boten diese natürlich die bequemste Uebersicht dar, 
und bei sonst gleichen Bedingungen lag es nahe, gleich von vorn herein 
einen solchen Platz auszusuchen, an dem sanft abfallende Höhenzüge einer 
gröfseren Menge von Zuschauern diese Bequemlichkeit darboten. 
Diesem Anschlufs an die natürliche Gestaltung der Oertlichkeit, der 
einen sehr wesentlichen Grundzug im Charakter und in den Unterneh- 
mungen des griechischen Volkes ausmacht, blieb man auch getreu, als zur 
Feier regelmäfsig wiederkehrender Festspiele besondere Anlagen hergestellt 
werden mufsten. Dies gilt uvor Allem von dem Hippodrom zu Olympia, 
von dem uns die genaueste Beschreibung erhalten ist und der uns deshalb 
als Muster aller anderen griechischen Rennbahnen dienen kann. Pausanias 
erwähnt in seiner Beschreibung dieses Gebäudes (wenn man dasselbe an- 
ders ein Gebäude nennen kann), dafs die eine Seite desselben durch einen 
niedrigen Höhenzug gebildet war, auf dessen Abhang sich die Sitze für 
die Zuschauer befanden. Möglich, dafs diese eine Seite in der ersten Zeit 
nach der in der 2.5. Olympiade stattgehabten Einführung der Wettrennen 
für die Zuschauer genügte, wie wir auch unter den Stadien solche An- 
lagen kennen. Je mehr aber die Theilnahme an den Spielen stieg und je 
gröfsere Menschenmassen sich alle vier Jahre nach Olympia zur Festfeicr 
begaben, um so weniger konnte der Abhang des Hügels als Zuschauer- 
raum genügen, und man errichtete ihm gegenüber einen Damm oder Erd- 
wall (xäyoe), auf welchem ebenfalls Plätze für die Zuschauer eingerichtet 
wurden. Diese beiden Erhöhungen begrenzten die eigentliche Rennbahn 
auf den beiden langen Seiten, und zwar war der Damm länger als der 
Hügelabhang, was durch die schräge Richtung der Ablaufslinie bedingt 
gewesen zu sein scheint. Diese befand sich auf dem linken Ende des Hü- 
gelS und 56111013, bis zu dem Walle reichend, die Rennbahn auf der einen
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.