Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-723275
Doppelstoen zu Paestxlm und 
Thorikos. 
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Pausanias ein Beispiel in der korkyräischen Stoa am Marktplatz von Elis 
anführt. Als besonders wichtig für die Anlage der Stoen überhaupt ist 
die Ausdrucksweise des Pausanias, dafs jene Halle vin der Mitte nicht 
Säulen, sondern eine Mauer gehabt habe". Daraus geht nämlich hervor, 
dal's zu seiner Zeit die Anlage-von Doppelstoen mit einer Säulenstelluilg 
als Träger des Daches in der Mitte häufiger gewesen sei. Und in der 
That deuten die Ueberreste alter Stoen, von denen mehrere bekannt sind, 
mehr oder weniger entschieden auf eine solche Anordnung hin. Am ent- 
schiedensten ist dies mit der sogenannten Basilika zu Paestum der Fall. 
Dieses Gebäude, welches südlich von dem kleinen Tempel belegen ist, bietet 
auf den ersten Anblick ganz die Form eines Tempels dar, von dem es 
jedoch bei näherer Betrachtung mannigfaltige Abweichungen zeigt. Zu- 
nächst hat dasselbe auf den schmaleren Seiten eine ungerade Säulenzahl, 
nämlich neun, während bei den Tempeln die gerade Säulenzahl durch die 
Stellung des Einganges in der Mitte nothwendig bedingt und auch allge- 
meine Regel war. Innerhalb dieses Umganges findet man dann ferner statt 
Fig_159_ der Cellenmauern des Tempels Säulenreihen, 
 und auch in der Mitte war eine Reihe etwas 
ä s ä T s ä j gröfserer Säulen angebracht, welche das Ge- 
il .5. bäude der Länge nach in zwei gleiche Hälften 
g O O theilte und, wie die Mauer bei der von Pau- 
s O . sanias beschriebenen korkyräischcn Halle zu 
 Elis, das Dach zu tra en hatte.- 
jl O j Aehnlich scheint die Anlage der Halle zu 
ß 0 . Thorikos in Attika gewesen zu sein, deren 
 Q ll Grundrifs unter Fig. 160 dargestellt ist. Die- 
  selbe zeigt je sieben Säulen auf den beiden 
j O j schmaleren (etwas über 48 engl. Fufs breiten) 
j O j F agaden und je vierzehn auf den beiden Längs- 
j O . seiten; eine nicht mehr erhältene Säulenreihe 
j  in der Mitte scheint dazu estimmt gewesen 
. O . zu sein, das Dach zu tra en. 
O O Bei Stoen, in denen geiieinsame Berathun- 
. j gen vorgenommen wurden, mufste (llie Anlagl: 
l! eines weiteren Mittelraumes wünsclenswert 
erscheinen, und es werden denn auch in der 
That Stoen erwähnt, deren Inneres durch Säulenreihen in drei Schiffe 
getheilt war. An der Agora von Elis lag gegen Süden gewendet eine 
Stoa, in welcher sich die Hellanodiken, doch gewifs zu gemeinsamer Be-
        

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