Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-723247
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Die Agoren zu Delos und Aphrodisias. 
worden ist. Die bei Vitruv (Arch. V, 1) erhaltene Beschreibung einer Agora 
bezieht sich oHenbar auf sehr prächtige Anlagen der späteren nach-alexan- 
Fig 15g drinischen Zeit. Danach waren 
  dieselben viereckig und mit wei- 
w c ten und doppelten Siiulenhallen 
umgeben. Ueber den zahlreichen 
Säulen ruhen Architrave aus ge- 
E F wöhnlichem Stein oder aus Mar- 
 mor, und über den Dächern der 
Portiken sind noch Gallerien zu 
D , 3 Spaziergängen angeordnet. Es 
versteht sich auch hier von selbst, 
dal's nicht gerade alle späteren 
Agoren ganz auf diese Weise an- 
gelegt waren; im Ganzen aber 
l A stimmen die erhaltenen Beispiele 
 l mit Vitruv's Beschreibung Wohl 
D_I_D überein. Wir führen als solches 
Fig 151 hier nur den äufserst geschmack- 
            . vollen Marktplatz von Delos an, 
  3- von dem Fig.156 den Grundrifs, 
   M,    Fig.157 einen Theil des Durch- 
l-(lpt   Il  schnitts darstellt. Derselbe liegt 
lg ü, 1 i  I  l  über einer Terrasse am kleinen 
l 1,1l.    l i] Hafen der Stadt und besteht aus 
Aillil lil    {in einem fast quadraten Hofe, der 
WalmamltimFWTt-F i'Tilllwiriäildiliirddii:"i; rings umher von einer dorischen 
Säulenhalle eingefafst ist, so dal's die Gesammtlänge des Gebäudes etwa 
170 engl. Fufs beträgt. Die nach dem Westen gerichtete Halle A ist die 
geriiumigste, sie ist etwa 40 Fufs breit und hat eine Reihe von Thüren, 
welche den Eingang von der Terrasse und der See aus in die wahrschein- 
lich zu Handelszwecken bestimmte Agora bildeten. An den mit E und F 
bezeichneten Orten scheinen Altäre gestanden zu haben; in der Mitte der 
offenen Area befand sich ein Quell. 
Reicher und gröfser war die Agora von Aphrodisias in Karien; dieselbe 
nahm ein Areal von 5'25X213 Fufs ein und war im Innern mit einer elegan- 
ten ionischen Säulenhalle versehen, unter der Marmorbänke angebracht waren. 
Auch aufserhalb der Umfassungsmauer war eine Säulenhalle angeordnet, so 
dafs im Ganzen 460 Säulen auf die Ausstattung dieses Platzes verwendet waren.
        

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