Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-723156
notaphien. 
choragische 
Das 
Denkmal des Lysikrates. 
109 
Pythis gearbeitet, wie denn auch an den übrigen sehr reichen Bildhauer- 
arbeiten, die den Tempel und den Unterbau verzierten, mehrere der an- 
gesehensten Künstler Griechenlands beschäftigt waren, wie Bryaxis, Timo- 
theos und Leochares, vor Allen aber der berühmte Skopas, welchem 
Plinius die Reliefs auf der Ostseite zusehreibt, und dem nicht ohne Grund 
von Neueren auch ein gewisser Antheil an der Oberleitung des Baues selbst 
beigemessen wird. Eine grofse Anzahl dieser Relieftafeln fanden sich in 
den Mauern der türkischen Citadelle von Budrun eingelassen und wurden 
in neuerer Zeit von der englischen Regierung für das britische Museum 
erworben. 
c) Von dem Grabe, welches zunächst keine andere Bestimmung hatte, 
als die Ueberreste der Dahingeschiedenen sicher zu bewahren, sahen wir 
die Griechen zu Grabdenkmälcrn übergehen, bei denen zu jenem ursprüng- 
 _ liehen Zwecke noch der der Erinnerung und 
Fl'10' Ehrenbezeigung hinzutrat. Ja letzterer konnte 
 so weit überwiegen, dal's mit solchen Bauten 
 die Aufbewahrung der Leiche gar nicht mehr 
ß;  verbunden zu sein brauchte. So entstanden die 
 sogenannten Kenotaphien (leere Gräber), die zur 
  Q"; Erinnerung an solche Verstorbene bestimmt wa- 
  ren, deren Ueberreste nicht in den Besitz ihrer 
    Angehörigen oder der Vaterstadt gelangten, welche 
     denselben die Ehre der Erinnerung erweisen wollte. 
"gilt    Das Grabmal also wird zum einfachen Ehren- 
l" (f,  Iiylff W:  f  denkmal, und so möge denn auch hier zum Schlufs 
[I    eine Probe der in-Griechenland. sehr häufigen 
L]   w, Denkmaler mitgetheilt werden, die Lebenden zu 
 Liz im, J   ehrenvollerAnerkennung errichtet wurden. Hierzu 
  3  gehörten namentlich solche Monumente, die zur 
 [Leier eines in den ollientlichen Spielen und Wett 
W  __imll,hiimt,wm_ m, kampfcn errungenen Sieges bestimmt waren. Das 
 h schönste derselben und zugleich eines der an- 
 muthigsten Ueberreste des griechischen Alterthums 
 ist das in Athen zum Andenken an einen vom 
npiltlüilli  Lysikrates im Jahre 334 v. Chr. als Chorag er- 
xiiiigimiiitttlttl ; rungenen musischen Sieg errichtete, welches man 
will)" mit-dem Namen des choragischen Denkmals des 
 Lysikrates, oder auch als "Laterne des Diogenes" 
zu bezeichnen pflegt (Fig. 151). Seine Gesammthöhe beträgt 34 Fufs.
        

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