Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-723093
Felse 
ndenkmäler 
und Freibauten. 
103 
welche man in die im Innern befindlichen Grabkammern eintritt, und 
zwar zunächst in eine Vorhalle  an deren schmale Seiten sich 
Nischen anschliefsen. Eine zweite Thür (c) führt in ein gröfseres Ge- 
mach  in dessen Wänden sich ungleiche Nischen und eine Reihe von 
fünf gleich grofsen und schmalen Todtenbetten befinden, die jedoch bei 
der Eröffnung schon ihres Inhalts beraubt waren. An den Wänden aller 
dieser Räume, die etwa nur den vierten Theil der Grundfläche einnehmen 
und aufser denen wahrscheinlich noch andere Grabkammern darin befind- 
lich sind, hat sich ein feiner Stuckiiberzug erhalten, und einige Spuren 
scheinen auf ursprüngliche Bemalung derselben hinzudeuten. Im Ilehrigeil 
sind derartige aus dem Felsen gearbeitete Denkmäler in Griechenland selbst 
wenig üblich gewesen; dagegen sind künstlich aufgebaute Gräber in grofser 
Zahl und grofser Mannigfaltigkeit vorhanden. Wir beschränken uns darauf, 
nur die verschiedenen Arten und Formen derselben durch einzelne Bei- 
spiele anschaulich zu machen. 
b) Zu den ältesten und einfachsten der als Freibauten errichteten 
Denkmäler gehören diejenigen, welche aus den oben besprochenen Erd- 
hügeln entstanden sind. Wie man nämlich behufs gröfserer Festigkeit 
diese Erdhügel mit Steinwänden umgab, so konnte man sie auch ganz 
aus Steinen aufführen, und wenn man ihnen dann statt der runden eine 
quadrate Form gab, so entstand daraus die vierseitige, nach oben zuge- 
spitzte Steinpyramide. Ein solches Denkmal sah Pausanias bei Arges, 
Fig_135_ auf dem Wege nach Epidauros, wo ihm dasselbe als gemein- 
    saines Denkmal der im Kampfe zwischen Proetos und Akrisios 
  Gefallenen erklärt wurde. Eine Anzahl ähnlicher Monumente 
 Q lsind von neueren Forschern in Argolis aufgefunden worden, 
   l so das unter Fig; 136-138 im Grundrifs, Aufrifs und Durch- 
i.  schnitt dargestellte Gebäude, welches ein Gemach von etwa 
Fig. 137. Fig. 138. 
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18 Fufs Breite einschliefst und welches man ziemlich allgemein für ein 
Grab erklärt, obschon es sich seiner Form nach nicht minder Wahrschein- 
lich auch als eine Art. WVacht- oder Befestigungsthurm bezeichnen liefse. 
Behielt man dagegen die runde Form des Erdhügels bei und gab der 
steinernen EinfaSSllng (wie sie zum Beispiel bei dem Grabe auf der Insel
        

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