Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-722972
Die G1 
Grabhügel 
auf der 
Insel Syme 
Felsengräbex 
91 
fallenen Brüdern in der Marathonischen Ebene, deren größere unter 
Fig. 95 dargestellt ist. Von ähnlicher Beschalfenheit waren die grofsen 
Grabhügel der bosporanisehen Könige, die sich zu Pantikapacum am kim- 
merischen Bosporus befinden und von denen Fig. 96 ein Beispiel giebt. 
Um solchen Aufschüttungen eine gröfsere Festigkeit zu geben und das 
Abrollen der angehäulten Erde zu vermeiden, versah man dieselben häufig 
mit einer steinernen Einfassung, wie dies bei den von Pausanias geschil- 
derten Gräbern des Aepytos zu Pheneos in Arkadien und des Oenomaos 
zu Olympia der Fall gewesen ist, und noch heute hat sich auf der Insel 
Syme ein Tumulus erhalten, welcher vollständig der Beschreibung des 
Pausanias entspricht. Derselbe hat einen Durchmesser von fast 60 Fufs 
und ist auf seiner ganzen Ausdehnung von einem 4-5 Fufs hohen Rande 
(xgqrzig) umgeben, der aus unregelmäßigen, aber gut zusammengefügten 
Steinen besteht (F ig. 97 und Fig. 98). 
Fig. 98. 
Es bedarf wohl kaum der Erwähnung, dafs auch Steine zu solchen 
Grabhiigeln aufgeschichtet wurden; dies ergiebt eine Form, die Pausanias 
unter Anderem ausdrücklich vom Grabmal des LaTos bei Daulis hervorhebt 
und die weiter unten noch einmal bei den Freibauten anzuführen sein wird. 
b) Dagegen bestand eine andere Art der älteren Bestattung darin, 
dal's man die Leichen in Felshöhlen oder Grotten beisetzte, die entweder 
von der Natur selbst gebildet waren, oder durch Kunst hergestellt und 
architektonisch verziert wurden. Auch hier sind die mannigfaltigsten Arten 
und Abweichungen möglich. Eine natürliche Grotte in dem Abhange eines 
Felsens kann erweitert und zum Grabe benutzt werden. Es kann der 
Felsboden unter der Oberfläche zu einer Kammer ausgehöhlt werden. Es 
kann endlich ein mehr oder weniger freistehender Felsblock innen ausge- 
höhlt und nach aufsen architektonisch decorirt werden. 
Betrachten wir zunächst die unterirdischen Felsengräher. Zu diesen 
mögen schon in uralten Zeiten die Gänge und Höhlen der Steinbrüche 
Veranlassung gegeben haben. Solche Anlagen befinden sich bei Nauplia, 
und deren Namen Kyklopeia deutet auf das hohe Alter, welches man 
denselben zuschrieb. Aehnliche Grotten von unregelmäfsiger Anlage konn- 
men bei Gortyna auf der Insel Kreta vor; nach einem regelmäfsigeren
        

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