Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-722969
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Die 
Gräber. 
Grabhügel 
punkte ihrer Herstellungsart betrachten und sie in bestimmte übersichtliche 
Gruppen zu bringen suchen. Danach bestehen die Gräber in Erdaufschüt- 
tungen (Massenbauten), in Felsenanlagen und in Frcibauten, von denen 
jede durch die Natur des Terrains, sowie durch die gewählte Art der 
Todtenbestattung bedingt, eine grofse Mannigfaltigkeit in Form, Gröfse 
und Herstellung zuläfst. 
In steinarmcn Gegenden wird man Hügel von Erde aufschütten; aus 
einzelnen Steinen wird man sie aufthürmcn, wo deren in oder auf der Erde 
gefunden werden; in felsigen Landstrichen wird man natürliche Höhlen zur 
Beisetzung benutzen oder den Boden zu demselben Zwecke aushöhlen, 
und dies sind in der That die ältesten Gräberformen, während in späterer 
Zeit und bei gleichmäfsig verbreiteter künstlerischer Bildung freistehende 
Monumente zu errichten allgemeinere Sitte wurde. 
a) Was nun zunächst die Erdhiigcl betrilft, so war diese Form des 
Grabmals, weil die einfachste und natürlichste, seit den ältesten Zeiten 
den Völkern der kaukasischen Race gemein, wie zahlreiche Ueberreste von 
den östlichsten bis zu den westlichsten Sitzen derselben dies bekunden. 
Auch Griechenland ist reich an solchen primitiven Monumenten, die in einer 
kleinen Grabkammer den Ueberresten Schutz gewähren und, indem sie durch 
ihre Form die Aufmerksamkeit auf den durch die Bestattung geheiligten 
Ort ziehen, neben dem Zwecke des Grabmals zugleich den des Denkmals 
erfüllen. Den ersten Stufen baulicher Thätigkeit entsprechend, stellen sie 
sich auch in ihrer äufseren Erscheinung mehr als von der Natur, denn 
von Menschenhänden geschaffen dar; sie wurden daher auch von den 
Griechen Hügel (xolwvoi) genannt, während sie nach der Art der Errich- 
tung, das heifst der Aufschüttung, auch öfter mit dem Ausdruck xaiuaza 
bezeichnet werden. Als solche einfache Erdaufschiittungen hat man sich 
jene gewaltigen Erdhügel zu denken, welche man noch heut zu Tage an 
den Ufern des Hellespontos erblickt, und die der altgriechischen Sage nach 
die Gebeine der homerischen Helden, des Achilleus, Patroklos, Aias und 
Protesilaos in ihrem Innern bargen; solche weithin sichtbaren Ruhestätten 
errichteten auch die Athenaeer ihren in der grofsen Freiheitsschlacht ge- 
Fig. 9c. 
 Fig. es.   
        

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