Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-722927
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Das Wohnhaus. 
Heerd; die 
Der 
969a yätavloä- 
Altar als Asyl: zu ihm floh der Sklave aus Furcht vor Strafe; an ihm 
fand der Fremde, ja selbst der Feind des Hauses sicheren Schutz; denn 
die Verehrung der Hestia vereinigte alle Bewohner des Hauses, Freie wie 
Sklaven, und Fremde nicht weniger als die Hausgenossenß Eine Bedeu- 
tung des Altars, die tief in das ganze häusliche Leben der Griechen ein- 
greift und welcher der von uns dafür bestimmte Platz auf das vollstän- 
digste zu entsprechen scheint. 
Von der Prostas gelangt man rechts und links nach dem Thalamus und 
dem Amphithalamus (äoilaaog, äagußoälauog), in deren ersterem Heilig- 
thümer der Hochzeits- und Ehegötter sich befanden; in der Hinterwand der 
Prostas ist eine Thür angebracht, die, als besonders wichtig in dem Orga- 
nismus des griechischen Hauses, sehr häufig von_den Schriftstellern erwähnt 
wird. Sie wird näravlog genannt, im Gegensatz zu der von aufsen in den 
Hof führenden 31790: aiilstog, vweil sie der aiilstog gegenüber jenseits 
oder hinter der aüM liegtlß War sie geschlossen, so wurde dadurch für 
die Mägde, die in den Arbeitssiilen beschäftigt waren und in darüber be- 
findlichen Obergeschossen (mßgyoi) geschlafen zu haben scheinen, der Ver- 
kehr mit den übrigen Theilen des Hauses unmöglich, auf welche Ab- 
schliefsting mehrere Stellen der griechischen Autoren ausdrücklich Bezug 
nehmen. Stiefs ein Garten an das Haus, so mufste auch dieser durch eine 
Thür in Verbindung mit dem Hanse stehen. Diese hiefs die Gartenthür 
(31390; xqmzia) und ist auf unserem Plane mit 8 bezeichnet. 
Wir fügen dieser Beschreibung des älteren griechischen Hauses mit 
einem Hofe noch einige Bemerkungen über die gröfseren und prächtigeren 
Wohnhäuser einer späteren Zeit hinzu, in denen zwei Höfe angeordnet 
waren und welche bisher von den Forschern fast ausschliefslich behandelt 
worden 
sind. 
Unter 
den 
versuchten 
Restaurationen 
derselben 
finden 
die 
gröfsten Verschiedenheiten statt, und so mag es wohl am Platze sein, 
eine solche von neuem zu unternehmen. 
Wir gehen bei der unter Fig. 92 mitgetheilten Restauration von der 
Erwägung der factischen Verhältnisse aus, nach denen sich die Anlage 
zweier Islöfe aus einem gewissen Bedürfnisse ergeben hat. Jedesfalls hat 
man, in den Städteniwenigstens, diese Veränderung zuerst an schon he- 
stehenden Gebäuden angebracht. Je mehr Luxus und Ueppigkeit stiegen, 
um so mehr stiegen auch die Bedürfnisse für den Haushalt wohlhabender 
Personen, denn der gröfseren Mehrzahl nach werden auch in den spä- 
testen Zeiten die gewöhnlichen Häuser so zu denken sein, wie wir sie oben 
Becker, 
Charikles. 
2. Auflage.
        

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