Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-722874
Quellhaus auf der 
Insel Kos. 
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Dort nämlich befindet sich nach der Mittheilung des Entdeckers Rofs, an- 
derthalb Stunden von der Stadt gleichen Namens, auf dem Abhange des 
Berges Oromedon die Quelle Burinna, von der das Trinkwasser nach der 
Stadt hinabgeleitet wird. Um dasselbe nun recht frisch und rein zu er- 
halten, hat man in dem Abhange des Berges selbst, unmittelbar vor dem 
Orte, aus dem der Wasserquell hervorsprudelt, ein kreisrundes Gemach von 
9-10 Fufs Durchmesser und etwa 24 Fufs Höhe errichtet, in welches das 
Wasser einläuft, um dann durch einen gegen 130 Fufs langen unterirdischen 
Canal aus dem Felsen herausgeführt zu werden. Der Grundrifs F ig. 89 
Zeigt diß Mündung dieses Canals  das Gemach (B) und den Felsspalt  
Fig 89. dem die Quelle entströmt und der durch 
  eine Thür mit dem Gemach in Verbindung 
   steht. Letzteres, in dem Durchschnitt 
 Fig. 90 mit D bezeichnet, ist ganz in 
    der Weise des Schatzhauses zu Mykenae 
Fig-9o- gebildet und öffnet sich nach oben in 
 '  einen durch den Berg hindurchgefuhrten 
 Schacht  um dem Wasser frische 
    Luft zuzuführen. Ueber der aus starken 
   Stäinplatten bestehenden Deäkeg des Canals 
      A ist ein kleines Gemach E aufgefun- 
  den worden, dessen Eingang sich im Ab- 
   bange des Berges zwischen dem Eingang 
  des Canals und der Oelfnung des Schachtes 
  befindet. Dasselbe steht durch ein kleines 
 nlllli-i- Fenster (a) mit dem Hau t emach inVer- 
ilgt-ilis  v 1 p g   
l       bindung und mag als Helllgthum der 
        Nymphen des Quells oder als Wohnung 
eines Wächters gedient haben, wobei es zu gleicher Zeit dem Quell selbst noch 
mehr frische Luft zuführte, als durch den blofsen Schacht  geschah. 
22. Indem wir uns von den Königssitzen der heroischen und home- 
rischen Zeiten zu den Wohnhäusern der Griechen während der historischen 
Zeit wenden, ist Zunächst zu bemerken, dal's wir auch von diesen nur 
wenig sichere Nachrichten haben. Ebenso fehlen die Monumente, vielleicht 
mit ein" Ausnahme, gänzlich, und eine bei Vitruv erhaltene systematische 
Beschreibung des griechischen Hauses bezieht sich  abgesehen von Inan- 
cherlei Schwierigkeiten in den Angaben selbst  mehr auf eine prächtige 
palastartige Anlage der späteren, nach-alexandrinisehen Zeit, als auf das 
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