Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721963
gebildeten Publicums zu verbreiten  und dieser Gedanke war es 
hauptsächlich, der den mit so richtigem Blick für die literarischen 
Bedürfnisse der Zeit begabten Mann bewegte  der praktischen Ver- 
wirklichung ferner gerückt würde, so wurde der Ausweg getroffen, 
das überdies in so reicher Fülle vorliegende Material unter zwei Be- 
arbeiter zu vertheilen. Eine Theilung der Arbeit, die zwar auf diesem 
Gebiet nicht gerade gewöhnlich, sich jedoch in dem vorliegenden Falle 
nicht blos durch den persürllichen Grund einer langjährigen Freund- 
schaft der beiden Betheiligten, sondern mehr noch durch die Natur 
des Gegenstandes selbst zu empfehlen schien, welcher zwei so gänzlich 
verschiedenartige Gebiete umfafst, dafs deren Beherrschung vielleicht 
nur in den seltensten Fällen einer und derselben Persönlichkeit möglich 
sein dürfte. Denn der Sinn und der Geist der Völker giebt sich, so 
weit es sich um die äufsere Erscheinung handelt, in zweierlei Weise 
kund. Erstens in der Art, wie dieselben ihre Umgebung gestalten 
und zweitens in der leiblichen Erscheinung des einzelnen Menschen, 
in der Weise seiner Tracht und seines persönlichen Behabens in den 
verschiedenen Beschäftigungen des Lebens. Dies hat zur Theilung des 
Stoffes in zwei gröfsere Abtheilungen geführt, deren erstere die bau- 
lichen Alterthümer umfafst und von dem ersten der Mitunterzeiehneten 
übernommen wurde. Die zweite hingegen hat es sich zur Aufgabe 
gestellt, die Haupterscheinungen des Privatlebens mit Hülfe der M0- 
numente zur Anschauung zu bringen. In stetem Anschlufs an die 
baulichen Alterthümer werden hier das Wohnhaus in seiner inneren 
Ausstattung, die Bewohner desselben in ihrer äufseren Erscheinung, 
das Leben im Hause, die Mittel für die geistige und körperliche Er- 
ziehung, das Leben und Treiben des Mannes im Kriege und an jenen 
Stätten, welche dem Frohsinn, der Schaulust und dem Cultus geweiht 
waren und endlich das Eingehen des Menschen zur letzten Ruhestätte 
geschildert. Die Bearbeitung dieses Theiles fiel dem zweiten der Mit- 
unterzeichneten zu, der schon früher umfassende Sammlungen für einen 
solchen Zweck angelegt und die Fülle des Stoffes in Vorträgen vor 
einem Kreise von Künstlern gedankenmäfsig zusammenzufassen eben- 
falls schon vor längerer Zeit Veranlassung gefunden hatte. 
Dies genüge für die Entstehungsgeschichte des vorliegenden Werkes. 
Was nun die Grundsätze betrifft, nach denen die Ausführung und ins- 
besondere das Mafs des darzubietenden Stoffes zu regeln waren, so 
konnten dieselben nur durch die schon oben angedeuteten Rücksichten 
bestimmt werden, welche zur Herausgabe des Werkes geführt hatten.
        

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