Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Technik der Aquarell-Malerei
Person:
Fischer, Ludwig Hans
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-738486
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-739626
in der Landschaftsmalerei sehr häufig vorkommt und dessen 
Behandlung, wenn ich sie in einem Beispiele erkläre, den 
Schlüssel zur Behandlung verschiedener ähnlichen Fälle an die 
Hand gibt. 
Habe ich im vorigen Beispiele Farben gewählt, welche 
sich schroff gegenüber stehen, so gibt es weit mehr Fälle, wo 
die Farben viel mehr ineinander gehen. Ein mässig weit ent- 
fernter Berg bei heller, feucht dunstiger Tagesbeleuchtung zeigt 
häufig gleichmässige, in der Farbe gleich starke Schatten, Welche 
zwar einen blauvioletten Eindruck machen, aber dennoch die 
Farbe des Localtones durchscheinen lassen. In diesem Falle 
brauche ich die Töne nicht neben einander zu setzen, sondern 
kann den ganzen Berg mit seinem Localtone anlegen und nach 
dem Trocknen die Schatten mit Blauviolett darauf malen. Der 
Localton, welcher in diesem Schatten durchschimmert, kommt 
in solchem Falle dem gewünschten Effecte zu Gute (Fig. 27). 
Es geschieht Anfängern und Malern, welche gewohnt sind, 
in Oel zu malen, sehr leicht, dass sie sich sozusagen vorzeitig 
rnit der Farbe ausgeben, nämlich die hellen Töne zu tief ein- 
setzen und dann, auf die tieferen Töne übergehend, bald an 
dem Punkte anlangen, ihrem Bilde keine weitere Kraft geben 
zu können, lange bevor sie die tiefste Stelle ihres Bildes er- 
reicht haben. Dem vorzubeugen ist es gut, so bald wie möglich 
die tiefsten Stellen einzusetzen und von diesen aus gegen das 
Licht zu die Töne abzuschwächen. Man täuscht sich, wenn 
man glaubt, um eine grosse Tiefe der Farbe zu erzielen, dies 
durch öfteres Uebereinandermalen und dickes Auftragen der 
Farben zu erreichen. Hat die Aquarellfarbe einmal eine gewisse 
Consistenz erreicht und scheint das Papier nicht mehr durch 
so ist weiteres Auftragen der Farbe zwecklos, ja dieselbe 
wird trübe und stumpf. Geringe Hilfsmittel gibt es zwar, 
solche Stellen klar zu machen, wie Ochsengalle, Gummi ara- 
bicum, Firniss und Leinöl, von denen später die Rede sein wird, 
aber der Charakter der Aquarellmalerei geht mit der Leucht- 
kraft verloren, und ein derartiges Aquarell sieht aus, als wollte
        

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