Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Technik der Aquarell-Malerei
Person:
Fischer, Ludwig Hans
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-738486
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-739566
Beginn 
eines 
Aquarelles. 
Es empfiehlt sich sehr, vor dem Beginn eines Aquarelles 
eine genaue Skizze, wo möglich in derselben Grösse des aus- 
zuführenden Bildes, zu machen, und dann, wenn man über alle 
Punkte der Arbeit im Klaren ist, mit der eigentlichen Arbeit 
zu beginnen. Man darf durchaus nicht glauben, dass diese 
Skizze ein Zeitverlust ist; die Erfahrung lehrt, dass man auf 
diese Weise viel rascher und sicherer zum Ziele gelangt, 
besonders wenn es dadurch erspart wird, Correcturen vor- 
zunehmen, welche in der Regel weit zeitraubender sind, ab- 
gesehen davon, dass die Arbeit durch Correcturen selten viel 
Gutes gewinnt. Dieser Entwurf ist auf das Papier aufzupausen, 
hauptsächlich aus dem Grunde, um mit Gummi elasticum so 
wenig als möglich auf dem Papiere hantiren zu müssen, damit 
man es nicht aufreibe. Sind die gepausten Linien durch sehr 
harten Blei fixirt, so überreibe man das Ganze mit Brotkrume, 
damit die Zeichnung so weit entfernt wird, dass gerade noch 
die Linien sichtbar bleiben. 
Die Zeichnung, welche man für ein Aquarell benöthigt, ist 
in der Regel sehr einfacher Natur; die Hauptsache dabei ist, 
dass in wenigen Linien und mit grösstmöglicher Genauigkeit 
die wesentlichsten Formen ausgedrückt und die Grenzen der 
Flächen bestimmt sind. Je nachdem der Maler geübt ist, Details 
prima vista zwischen die Hauptlinien ohne vorhergegangenc 
Zeichnung hinein zu malen, kann er seine Zeichnung verein- 
fachen. Das auf Seite 6x reproducirte Gemälde würde etwa 
in folgender Weise aufgezeichnet werden (Fig. 26).
        

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