Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Technik der Aquarell-Malerei
Person:
Fischer, Ludwig Hans
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-738486
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-739546
Stich in's 
von Grün 
tralisiren. 
Rothe, der nicht erwünscht ist; eine kleine Zugabe 
wird daher das Roth brechen und das Grau neu- 
Es ist eine bekannte Thatsache, dass jede Farbe in der 
Umgebung von stark gebrochenen Farben, besonders wenn in 
denselben die Complementärfarbe enthalten ist, gehoben wird 
und fast immer harmonisch mit der Umgebung zusammen 
klingt. 
Diese Thatsache wird aber so vielfach missverstanden, 
dass ich doch nicht umhin kann, mich weiter über diesen 
Gegenstand auszusprechen. Die Wirkung der Complementär- 
farben auf einander und die harmonische Verbindung zweier 
Farben durch Einschiebung einer dritten oder Trennung der- 
selben durch Weiss ist bereits in so feste Gesetze gebracht 
und in jedem Physikbuche oder Farbenlehre enthalten, dass 
ich die Kenntniss derselben als bekannt voraussetzen darf. Es 
gibt Menschen und ganze Völker, welche unbewusst nach diesen 
Gesetzen die Farben zusammenstellen, ob es sich nun um ein 
Gemälde handelt oder um decorative Kunst auf dem Gebiete 
der Wandmalerei, Keramik oder der textilen Kunst. Die un- 
gemischten Farben harmonisch neben einander zu setzen ist 
besonders den Völkern des Orientes angeboren. Wir bewundern 
den feinen Farbensinn der alten Egypter und Inder in ihren 
Architekturen, gleichwie den der Araber, und staunen über den 
Geschmack jener Völker, die heute noch den classischen Boden 
bewohnen, welcher sich in ihrer textilen Industrie beurkundet. 
Die anscheinend und an sich grellen Farben sind stets durch 
ihre Zusammenstellung und wohl abgemessene Vertheilung zu 
einem harmonischen Ganzen verbunden. Wie ein Gedicht in 
Farben wirkt ein guter persischer Teppich wohlthuend und 
erfrischend auf das Auge. 
 Bis zu einem gewissen Grade geht dieses Princip durch 
die antike Kunst in Europa und ist bis zur höchsten Blüthe 
in's Mittelalter hinein zu verfolgen. Mit der Vervollkommnung
        

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