Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Technik der Aquarell-Malerei
Person:
Fischer, Ludwig Hans
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-738486
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-739520
Kadmium mit Zinnober gibt das intensivste Orange, Kad- 
miurn mit Rosa mader ein mehr dem Roth hinneigendes 
Orange. 
Betrachtet man Zinnober neben Rosa mader, so erscheint 
ersteres fast schon als Orange, wenn auch beide den Namen 
Roth tragen. Es ist daher begreiflich, dass man, um ein 
Orange zu erzeugen, zur selben Qualität Gelb weit weniger 
Rosa mader zu nehmen braucht als Zinnober, weil letzterer 
(vom optischen Standpunkte betrachtet) bereits eine gewisse 
Quantität Gelb in sich birgt. 
Das Ergebniss der Mischungen aus zwei Complementär- 
farben im Sinne der eben besprochenen Mischungen nennt man 
einfach gemischte Farben, hingegen jene, welche aus 
diesen wieder zusammen gemischt werden, zweifach ge- 
mischte u. s. f. Wenn ich z. B. Grün in Orange mische, erhalte 
ich ein Grün, welches man Moosgrün benennen könnte, ein 
warmes Gelbgrün. Orange mit Violett ergibt ein Braunroth, 
Violett mit Grün ein Stahlblau. 
Die Mischungenaus dreifach gemischten Farben werden 
aber schon so unbestimmt, dass man ihnen kaum mehr einen 
Namen geben kann. 
Es kommt häufig vor, dass es dennoch nöthig ist, solche 
Mischungen mit Namen zu bezeichnen. Leider ist es bis jetzt 
noch nicht gelungen, nur halbwegs solche Namen festzustellen 
und dieser Uebelstand macht sich in wissenschaftlichen und 
technischen Werken oft sehr 
seinem Gutdünken die Namen 
fühlbar, da jeder Autor nach 
wählt oder selbst eründet. Am 
sichersten geht man bei solchen Bezeichnungen, wenn man den 
Namen der fraglichen Farbe nach einem bekannten Gegenstande 
wählt, der Variationen und Veränderungen wenig unterworfen 
ist. So wären Farbennuancen etwa wie folgende Beispiele zu 
benennen: Granatroth, Aquamaringrün, Schiefergrau, Moosgrün, 
Citronengelb, Stahlblau, Apfelgrün, Türkisblau. 
In sehr vielen Fällen, häufig bei grossen Flächen und 
zarten Lufttönen, ist es nicht einerlei, ob man die Farben,
        

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