Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Technik der Aquarell-Malerei
Person:
Fischer, Ludwig Hans
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-738486
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-739504
Im Allgemeinen lehrt aber die Erfahrung, dass unter ein- 
ander gemischte Farben weit weniger hell und frisch wirken 
als nass in Nass neben einander gesetzte oder vielfach über 
einander gelegte Farben.  
Das Mischen der Farben ist aber nicht zu vermeiden. Es 
geschieht in der Regel auf den den meisten Farbenbehältern 
beigegebenen weiss lackirten Blechpaletten oder auf solchen von 
Porzellan, die ihrer Reinheit wegen sich sehr gut eignen, aber 
in der Hand zu halten durch ihr Gewicht unangenehm werden. 
Für anzulegende grosse Flächen mischt man sich die Farben 
in eigenen Porzellanschälchen, muss aber, wie schon einmal 
erwähnt, die Farbe öfters aufrühren, da sich viele Farben sehr 
leicht zu Boden setzen. 
Ganz natürlich sind bei der Aquarellmalerei alle jene 
optischen Gesetze ebenso giltig wie in der Oelmalerei. 
Es wird aber vielleicht manchem Anfänger oder jenen, 
welche bisher gewohnt waren in Oel zu malen, nicht un- 
erwünscht sein, wenn ich eine Reihe von Farbenmischungen 
aufzähle, da ja doch manche Abweichungen von den in der Oel- 
technik gebräuchlichen vorkommen. Bekanntlich gibt es eigentlich 
nur drei Farben: Gelb, Blau und Roth; alle übrigen sind 
Mischfarben, welche aus diesen erzeugt werden können. Leider 
ist dies aber nur in der Theorie möglich, vielleicht wenn man 
mit den Farben des Sonnenspectrums Experimente macht. Der 
Maler, dem leider solche Normalfarben nicht zur Verfügung 
stehen, muss sich mit den in der Natur vorkommenden oder 
durch die auf chemischem Wege erzeugten Farben behelfen, 
welche aber auf keinen Fall als reine Farben zu betrachten 
sind, sondern mehr oder weniger mit anderen Farben gemischt 
zu denken sind. Betrachten wir nur z. B. die Reihe des ge- 
bräuchlichen Blau, so finden wir Kobalt, Ultramarin, Indigo, 
jedes in einer anderen Nuance mit Roth gemischt, also ein 
Blau zum Violett hinneigend, während Preussisch-Blau und 
Bremer Blau einen Stich in's Grüne haben. Dasselbe gilt von 
allen anderen Farben. Wir haben ganze Reihen von Gelb und
        

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