Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Technik der Aquarell-Malerei
Person:
Fischer, Ludwig Hans
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-738486
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-739493
am schwersten zu bewältigenden Factoren in der Malerei 
überhaupt. 
Die harmonische Zusammenwirkung aller Töne eines 
Gemäldes nennt man den Gesammtton, in der Natur die 
Stimmung, welche Bezeichnung man auch auf Landschafts- 
gemälde, die die Stimmung wiedergeben, überträgt. (Stimmungs- 
bilder.) 
Zum Unterschiede von jenen Tönen, welche in der Natur 
durch die Zusammenstimnuung die Stimmung hervorbringen, 
nennt man den Ton eines einzelnen Gegenstandes, ohne Be- 
rücksichtigung der Stimmung-oder der Beziehung zu den um- 
gebenden Tönen, seinen Localton, gerade so, wie man die 
Farbe des Gegenstandes, von demselben Gesichtspunkte aus 
betrachtet, seine Localfarbe nennt.  
Die von den Kunstgelehrten häufig gebrauchten Aus- 
drücke Silber- und Goldton sind von diesen erfundene Be- 
Zeichnungen, 
welche 
unter 
den Malern 
nicht gebräuchlich 
sind. 
Mischen 
und 
Uebereinanderlegen 
der 
Farben. 
Wenn man zwei Farben mit einander mischt, sollte man 
immer ihre chemische Zusammensetzung vor Augen haben, um 
zu vermeiden, dass dieselben etwa eine chemische Verbindung 
gleich oder im Laufe der Zeit mit einander eingehen und sich 
dadurch verändern. Es würde aber dies die Aufmerksamkeit 
des Malers während der Arbeit zu sehr in Anspruch nehmen, 
wollte er dabei noch an solche Dinge denken, ausserdem sind 
die Erfahrungen in dieser Beziehung noch nicht abgeschlossen 
und genau festgestellt. S0 viel ist aber gewiss, dass die Aquarell- 
farben weit weniger chemischen Einwirkungen ausgesetzt sind 
als Oelfarben, so dass man mit Beruhigung in Aquarell malen 
kann; ohne besonders auf die Farbenzusammensetzung Acht 
habenrzu müssen. 

        

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