Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Technik der Aquarell-Malerei
Person:
Fischer, Ludwig Hans
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-738486
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-739487
XVie eine Malerei grau in Grau nur durch die Tonunter- 
Schiede eine optische Wirkung auf das Auge macht, so ist 
dies auch bei einem Gemälde in Farben der Fall. Wir sprechen 
daher von hellen, dunklen oder tiefen Tönen. 
Jede Farbe hat schon von Natur aus eine Neigung zu 
hellen oder dunklen Tönen. Gelb und Roth (mit der grösseren 
Anzahl Schwingungen der Lichtwellen) wirken im Allgemeinen 
auf das Auge heller als Blau, haben aber in Wirklichkeit einen 
tieferen Ton. Blau erscheint dem Auge namentlich in tieferen 
Nuancen dunkler als gleichstarke rothe oder gelbe Farben. Dies 
ist theilxareise die Ursache, dass in der Photographie Gelb und 
Roth immer zu dunkel, Blau stets zu hell erscheint, sowie unser 
Auge gelbe und rothe Farben bei schwachem Lichte oder auf 
weite Entfernungen besser zu unterscheiden vermag, als blaue 
und grüne Farben. 
Man kann bekanntlich jede Farbe in einer Farbenscala 
von hell nach dun-kel in ihrer Intensivität steigern, bis die 
Enden aller Farbenscalen sich dem Schwarz nähern. Daraus 
ergibt sich, dass sich zu jedem beliebigen Farbentone ein gleich- 
starker einer anderen Farbe finden lässt, also beispielsweise 
von Roth und Grün. Das Empßnden der Stärke eines Farben- 
tones ist aber ganz Sache des emplindenden und geübten Auges. 
Hat jeder Farbenton allein einen bestimmten Werth, so 
beeinflussen sich neben einander gestellte Töne geradeso wie 
neben einander gestellte Farben. Ein dunkler Ton neben einen 
hellen gesetzt macht denselben noch heller, und umgekehrt 
erscheint auch der dunkle Ton dunkler. 
Wie in der Musik der Grundton, so ist in jedem Ge- 
mälde ein Ton, welcher vorherrscht und die Stimmung für 
die übrigen Töne bedingt. Das richtige Verhältniss der Töne 
zu einander erwirkt die richtige Wiedergabe der Natur. Den 
richtigen Grundton zu linden, nämlich dass die Farben- und 
Tonscala, welche die Palette des Malers bietet, nach dem 
hellsten Lichte auf der einen und den dunkelsten Tönen auf 
der 
andern 
Sehe 
ausreicht, 
ist 
einer 
der 
wichtigsten 
und
        

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