Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Technik der Aquarell-Malerei
Person:
Fischer, Ludwig Hans
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-738486
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-739460
Durchsichtigkeit dieses Lichtmediums, welche neue Compli- 
cationen bilden und in ihrem Extrem Naturerscheinungen zur 
Folge haben, wie die blaue und grüne Grotte auf Capri. Die 
Gesetze der Spiegelung sind sehr einfach, werden aber be- 
kanntlich durch die Bewegung des Wassers so complicirt, dass 
sich der Maler stets auf die genaue Beobachtung des gegebenen 
Falles beschränken muss. Eine Thatsache ist für den Maler zu 
wissen wichtig, dass das Spiegelbild eines Gegenstandes im 
Wasser stets an Licht mehr oder weniger verliert, und dafür 
von der wirklichen Farbe des Wassers einen Theil aufnimmt. 
So wird der Spiegel eines 
weissen Gegenstandes im 
blauen Meere bläulich, in 
einer braunen Moorpfütze 
bräunlich werden. 
Ich glaube an dieser 
Stelle auf eine Eigenschaft 
der flüssigen Whsserfarbe 
aufmerksam machen zu 
müssen, deren Nutzanwen- 
dung aber nicht gut durch 
praktische Beispiele erklärt 
werden kann, wohl aber 
häufig und in verschiedenen 
Variationen bei sehr ver- 
schiedenen Gelegenheiten Anwendung findet, so dass ich mich 
damit begnüge, die einfache Thatsache zur Kenntniss zu bringen. 
Wenn man eine Fläche (Fig. 25) mit einer beliebigen 
Farbe anlegt und so lange dieselbe noch nass ist mit einem 
andern Pinsel und anderer Farbe einen Flecken durch ein- 
faches Betupfen hineinmalt, so verdrängt die zweite Farbe die 
erste an dieser Stelle fast vollkommen, nicht, wie man viel- 
leicht glauben sollte, dass sie sich mit ihr mischt. 
Ich erwähne diese Eigenschaft hauptsächlich deshalb, weil 
beim Nassinnassmalen die Kenntniss dieser Eigenschaft nöthig
        

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