Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Technik der Aquarell-Malerei
Person:
Fischer, Ludwig Hans
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-738486
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-739373
zu erscheinen. Dann wurden die Schattenlinien daran gezogen, 
sowie die wenigen dunklen Stellen an den lichten Flächen. Die 
Rauhigkeit der Flächen zwischen den Hieroglyphen wurde mit 
sehr trockenem Pinsel, aber starker Farbe überwischt. 
Dass diese Figur nur in einer Farbe ausgeführt ist, 
geschah nur deshalb, um die Deutlichkeit des zu Beschreiben- 
den nicht zu beeinträchtigen und bleibt sich der Eifect gleich, 
ob eine oder verschiedene Farben zur Verwendung kommen. 
Behandlung 
VOTl 
Licht 
und 
Schatten. 
In 
der 
Oelmalerei 
charakterisirt 
man 
Licht 
und 
Schatten 
eines Gegenstandes in der Regel dadurch, dass man zu ersterem 
helle, deckende Farben pastös aufgetragen anwendet, zu letz- 
terem mehr die durchsichtigen dunklen Lasurfarben, weil diese 
Behandlung dem Eindrucke, welchen die Wirklichkeit auf das 
Auge macht, am besten entspricht. Jene Farbentöne, welche 
auf einer grell beleuchteten Fläche sichtbar sind, stehen hart 
neben einander, wvährend dieselben in Schattenliächen mehr 
in einander zu schmelzen scheinen. 
In der Aquarellmalerei ist es viel schwieriger, diesen 
Unterschied zum Ausdruck zu bringen. Dennoch ist dies mit 
Hilfe der eben besprochenen halbtrockenen oder nassen Pinsel- 
führung möglich, was den Deck- oder Lasurfarben der Oel- 
malerei entspricht. 
Es wäre z. B. in der vorigen Fig. 18 die Schattenfiäche 
c, d, f, g, falls dieselbe verschiedene Farbentöne aufweisen 
würde, etwa in Braun, Violett, Gelblich, der Farbe des Steines 
entsprechend, dadurch hervorzubringen, dass man diese Farben 
nass neben einander setzt und in einander fliessen lässt, während 
man Farbenunterschiede in der Lichtfiäche trocken und hart 
neben 
einander 
setzen 
müsste. 
Auf ähnliche Weise behandeln viele Figurenmaler den 
Hintergrund zu ihrer Figur, welcher zugleich für die Voll- 
endung der Figur einen Massstgb gibt, wie weit man in der
        

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