Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Technik der Aquarell-Malerei
Person:
Fischer, Ludwig Hans
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-738486
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-739318
rasch arbeiten muss, da die beabsichtigte Zeichnung vollendet 
werden muss, ehe die angelegte Fläche Zeit hat zu trocknen, 
und muss schliessen, sobald man merkt, dass sie zu trocknen 
beginnt. Was auf diese Weise gezeichnet ist, erscheint als 
weiche Form ohne harte Ränder und eignet sich diese Technik 
besonders zur Behandlung der Lüfte bei Landschaftenl 
Es geschieht aber häufig, bei trockener Luft besonders im 
Sommer, dass man mit diesem Verfahren nicht Zeit_ genug 
hat, Alles zu vollenden, was man zu machen sich vorgenommen. 
Für diesen Fall müsste die Fortsetzung der Arbeit auf der 
trockenen Fläche dadurch gemacht werden, dass man mit 
reinem Wasser jene Stellen zeichnet und mit Löschpapier sorg- 
sam abtrocknet, sodann mit Brotkrume leicht darüber reibt. 
Auf diese Weise erzielt man einen ähnlichen Effect. 
Beispiel daran eine mit ziemlich 
bereits trocken gewordene 
verschiedene Zeichnungen licht 
Ich schliesse als zweites Beispf 
starker Farbe angelegte und bere" 
Fläche, aus welcher ich verscl 
herausheben will (Fig. 14). 
Wenn man mit einem Pinsel, 
einen Strich auf diese Fläche führt 
mit reinem Wasser gefüllt, 
und mit einem Leinwand- 
lappen oder besser einem Stück Rehleder kräftig und rasch 
darüber wischt, so erscheint dieser Strich nahezu weiss, be- 
sonders wenn derselbe sehr nass und der Druck mit dem 
Lappen ein sehr kräftiger war. 
Durch einige Uebung kann man jede beliebige Stärke des 
Tones auf diese Weise herauswischen, je nachdem man den 
Strich mehr oder weniger nass führt oder den Druck zarter 
oder kräftiger macht. Man kann beispielsweise aus einer dunkel 
angelegten Fläche auf diese Art einen Kopf oder eine Figur 
vollkommen herausmodelliren. 
Man muss sich aber hüten, zu grosse Flächen oder zu 
lange Linien auf diese Weise auf einmal auswischen zu wollen, 
man darf nur ein Stück, höchstens 1 Centimeter lang, mit Wasser 
zeichnen und dann auswischen, und dieses Verfahren Stück für 
Stück fortsetzen. 
Fischer, Aql 
malerei
        

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